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Ankündigung entpuppt sich als Flop


Bremervörde. Wer gestern von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander Klarheit über die Zukunft des Oste-Wehres in Bremervörde erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Das einzig Neue, was der FDP-Politiker während der Generalversammlung des Kreislandvolkverbandes Bremervörde im Hotel Daub dazu zu sagen hatte: Es gibt nichts Neues. Die Entscheidung ist weiterhin offen. Von Rainer Klöfkorn


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Was wird aus dem Oste-Wehr in Bremervörde? Wer gestern darauf eine Antwort von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander erwartete, wurde enttäuscht. Foto: C. Borgardt

Seit fast zwei Jahren rangeln die Stadt Bremervörde, die um den Hochwasserschutz fürchtet, der Kreislandvolkverband, der bessere Bewirtschaftsmöglichkeiten für seine Landwirte entlang Oste und Bever fordert, und die Sportfischer, die den Fischbestand im Auge haben, um die Zukunft des Oste-Wehres. Bis Ende vergangenen Jahres, so hatte es der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) angekündigt, sollte das entsprechende Gutachten fertig sein.

Doch die Stader Behörde scheint daran nicht im Eiltempo zu arbeiten. Zwar hieß es Anfang der Woche, dass Umweltminister Sander das Ergebnis gestern während der Generalversammlung des Kreislandvolkverbandes vorstellen würde. Sogar exklusiv: Auf Nachfragen erklärte das NLWKN gegenüber unserer Zeitung, vorab nichts mitteilen zu dürfen. Der Minister hatte sich die Information vorbehalten.

Doch die Ankündigung erwies sich als Flop. Erst am Ende seiner 45-minütigen Ansprache ging der Umweltminister kurz auf das mit Spannung erwartete Thema ein – und mit einer enttäuschenden Mitteilung aufzuwarten: Es gibt nichts Neues, das Gutachten liegt noch nicht vor.

Allerdings stellte Sander eine Prioritätenliste auf, die bei der künftigen Gestaltung des Anfang der 1950er Jahre erbauten Oste-Wehres gelten müsse. Danach habe der Hochwasserschutz für Bremervörde Priorität, er stehe ganz oben, so der Freidemokrat. Aber auch für die Landwirte, fügte er hinzu, habe das Wehr „erhebliche Bedeutung“. Auf Platz drei seiner Prioritätenliste: die Freizeitfischerei.

Eines machte der 63-jährige Politiker aber auch deutlich. Das NLWKN sei eine „nachgeordnete Behörde“ des Umweltministeriums – „auch wenn das von denen anders dargestellt wird“ (Sander). Im Klartext: Die Entscheidung fällt in Hannover, im Ministerium des FDP-Politikers. Er werde, sagte Sander den Landwirten zu, die Ergebnisse des Gutachtens mit ihnen erörtern. „Ich komme gern wieder nach Bremervörde“, versprach der Minister.

Das Wehr bleibe, es werde während der Vegetationszeit eine flexible Handhabung der Stauhöhe geben, interpretierte der Landvolkvorsitzende Heinz Korte die Ausführungen Sanders. Damit könnten alle leben, vor allem die Landwirtschaft. Trotz anderer Behauptungen habe der Landvolkverband das Oste-Wehr nie weg haben wollen, sagte Korte.

Seit Jahren setze sich der Verband für eine Absenkung der Stauhöhe ein, hatte zuvor Kreislandvolk-Geschäftsführer Wilhelm Bredehöft die Situation geschildert. Infolge der Stauhöhe und des damit verbundenen Rückstaus des Wassers sei der Ertrag auf einer Fläche von 325 Hektar Grünland beeinträchtigt. Es gebe Erschwernisse in der Bewirtschaftung, das Futter verliere an Qualität und es gebe sogar Ertragsausfälle. Die Forderungen der Landwirte seien nicht übertrieben. Jetzt müsse ein Kompromiss gefunden werden, der den Belangen des Berufsstandes angemessen Rechnung trage, sagte Bredehöft.

Der Hochwasserschutz für Bremervörde steht ganz oben.

Minister Hans-Heinrich Sander

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Was wird aus dem Oste-Wehr in Bremervörde? Wer gestern darauf eine Antwort von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander erwartete, wurde enttäuscht. Foto: C. Borgardt
Artikel vom 13.02.10 - 08:03 Uhr
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