
Als Partnerprojekt der IGS, die im nächsten Jahr in Hamburg-Wilhelmsburg stattfindet, kann die stadteigene Natur- und Erlebnispark GmbH eine 50-prozentige Förderung für Projekte geltend machen. Um die in Jahre gekommene „Welt der Sinne“ wieder attraktiver zu gestalten, ist unter anderem ein Empfangshaus mit Ausstellungs- und Seminarräumen sowie sanitären Einrichtungen angedacht. Voraussetzung für die Förderung ist allerdings, dass alle Vorhaben – zu denen auch die Neugestaltung des Apotheker- und Bauerngartens, eine neue Hütte („Schiefer Raum“) und der Bewegungsparcours gehören – bis zum Start der IGS im April 2013 fertig sind.
Das Bauamt werde alle Kräfte mobilisieren, um trotz des engen Zeitrahmens die Planung rechtzeitig unter Dach und Fach zu bekommen. Mit dieser Aussage warb Bürgermeister Eduard Gummich (CDU) dafür, die Chance auf die 50-Prozent-Förderung nicht verstreichen zu lassen. Die Kosten für die Maßnahmen belaufen sich auf rund 560 000 Euro.
Als erste Fraktion hat jetzt die CDU beschlossen, den Vorschlag des Bürgermeisters zu unterstützen. „Die Gelegenheit ist denkbar günstig“, sagt dazu der Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Imbusch. Bremervörde solle die einmalige Chance nutzen, als ausgewählter Partner der Internationalen Gartenschau in Hamburg seinen Natur- und Erlebnispark rechtzeitig zu modernisieren und weiterzuentwickeln.
Mit dem geplanten zentralen Gebäude, dem Bewegungsparcours und den weiteren angedachten Maßnahmen erhalte die „Welt der Sinne“ ein frisches Gesicht und werde nachhaltig attraktiviert. „Dies eröffnet auch Perspektiven für benachbarte Einrichtungen wie die Umweltpyramide, das ,Haus des Waldes‘ und das Jugendhotel“, zeigt sich Imbusch überzeugt. Der Vorschlag von Bürgermeister Gummich basiert auf dem Sanierungs- und Entwicklungskonzept des Büro Adam und Adam für den Natur- und Erlebnispark. Imbusch: „Er folgt daher ausdrücklich dem roten Faden der vergangenen Jahre.“
Der Bremervörder CDU-Vorsitzende Marco Prietz hat an die übrigen Fraktionen appelliert, ebenfalls den Vorschlag der Verwaltung mitzugehen: „Wir können uns nicht erlauben, dass diese wichtige Maßnahme von der Politik zerredet wird und am Ende nichts in der ,Welt der Sinne‘ passiert“. Es seien nun schnelle Entscheidungen gefragt, um die Förderung der Metropolregion zu erhalten und die Gesamtanlage fit für die Zukunft zu machen. Prietz: „Andere Städte beneiden uns um den Vörder See und den Natur- und Erlebnispark.“ Daraus ergebe sich auch eine Verantwortung der Politik, die diese jetzt wahrnehmen müsse.
Kritisch sieht dagegen vor allem die SPD das Vorgehen des Bürgermeisters: Die Ausgabe fehle im aktuellen Haushaltsplan, es fehle damit auch an einem Finanzierungsvorschlag. Ihr Ratsmitglied Hans-Klaus Genter-Mickley sah in einer Sitzung des zuständigen Fachausschusses auch ein grundsätzliches Problem: „Es kommt in der Bevölkerung schlecht rüber, wenn plötzlich das Füllhorn ausgeschüttet wird.“ Außerdem könne „nicht mal eben schnell über eine halbe Million Euro entschieden werden“, warf er Gummich vor.
Unterstützung scheinen Bürgermeister und CDU dagegen von der fünfköpfigen Grünen/FDP-Fraktion zu bekommen. Zwar ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen, doch scheint eine Zustimmung sicher. CDU und Grüne/FDP hätten in dieser Frage eine Mehrheit in der Abstimmung im Stadtrat.
Wir können uns nicht erlauben, dass diese wichtige Maßnahme von der Politik zerredet wird und am Ende nichts in der ,Welt der Sinne‘ passiert.