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„Der Fang meines Lebens“


Hipstedt/Nieder Ochtenhausen. Seit 45 Jahren ist Heinrich Witten Angler aus Leidenschaft. Mal gingen ihm kleinere, mal größere Fische ins Netz. Doch eine kalte Nacht im Mai an der Oste bei Nieder Ochtenhausen wird dem 52-jährigen Hipstedter für immer in Erinnerung bleiben: Er zog einen 95 Zentimeter Meter langen, vier Pfund und hundert Gramm schweren Riesen-Aal aus dem Gewässer: „Der Fang meines Lebens“, schwärmt der Maschinenbaumeister im Gespräch mit der BZ-Redaktion. Von Thomas Schmidt


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Der Hipstedter Heinrich Witten freut sich über seinen „nächtlichen Traumfang“. Foto: bz

Von April bis Oktober wirft der leidenschaftliche Sportfischer, der gleich in drei Angelvereinen – Bevern, Bremervörde und Lamstedt – Mitglied ist, jeden Samstag an der Oste seine Angeln aus – am liebsten mit seinem Angelkollegen Michael Klose, der auch beim „nächtlichen Traumfang“ an seiner Seite war. „Am 8. Mai war es eine besonders kalte Nacht“, erinnert sich Witten. „Wir hatten eigentlich keine besonderen Erwartungen“, sagt der Sportfischer, der einen so genannten Tauwurm als Köder benutzte. Mit Erfolg: Auf den Wurm hatte es plötzlich der Riesen-Aal abgesehen. „Nach dem Biss entwickelte sich ein aufregender Drill“, erinnert sich Witten an dramatische Momente am Osteufer.

Nur mit größter Mühe und nicht zuletzt mit Hilfe seines Freundes konnte er den Riesen-Aal bändigen: Bei ablaufendem Wasser mussten beide Angler zum Keschern  im Morast stehend alles geben, um den 95 Zentimeter langen Fisch erst im zweiten Versuch sicher „landen“ zu können, wie es im Anglerjargon heißt. In 45 Anglerjahren habe er noch nie so einen starken Fisch überlisten können, freut sich Witten. Der besondere Fang, der nicht im Kochtopf landen soll, wird jetzt in Bremerhaven präpariert. „Bei Anja Kempf ist der Aal in guten Händen“, sagt Witten über die Bremerhavenerin, die den einzigen Spezialbetrieb mit staatlicher Prüfung für Fischpräparate in Deutschland führt. Für die Zukunft des Aals ist mithin gesorgt: Er soll dann neben einem bereits präparierten, 15 Pfund schweren Zander im Hause Witten einen Ehrenplatz erhalten.

„Die Oste zeigt immer wieder, welch tolles Angelgewässer sie ist. Aufregende Nächte beim Aal- und Zanderangeln zeichnen die Uferregionen aus“, beschreiben Witten und Klose unisono ihre Erfahrungen.

In Sportfischerkreisen findet der „nächtliche Traumfang“ (Witten) bundesweit Beachtung. Bislang steht Witten mit seinem Aal-Fang in diesem Jahr an zweiter Stelle. „Doch die Saison hat ja erst begonnen, das Jahr ist noch lang“, sagt Witten bescheiden und hofft, dass er zum Jahresende zumindest noch immer unter den erfolgreichsten zehn Aal-Anglern zu finden ist.

Artikel vom 18.05.10 - 08:00 Uhr
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