
„Nicht nur mit der Buchhandlung Morgenstern, einem seit 125 Jahren bestehenden und nunmehr in der vierten Generation – gemeinsam mit Ehemann Hajo Morgenstern – betriebenen Familienunternehmen, bereichert Susanne Morgenstern das Kulturleben der Ostestadt“, heißt es in der Laudatio des AG-Osteland-Vorstandsmitglieds Sigrid Frömming aus Großenwörden. Der von ihr geführte acht Jahre lang geführte Kultur- und Heimatkreis fördere in beispielhafter Breite und Vielfalt Kunst, Kultur und Heimatpflege in Bremervörde, waren sich die Juroren einig.
„Bereits seit dem Jahre 2000 gibt die Arbeitsgruppe Heimat- und Stadtgeschichte des Vereins regelmäßig im November das „Bremervörder Jahrbuch“ heraus, in dem die Geschichte der Stadt für nachfolgende Generationen aufgezeichnet und gesichert wird. Als weitere Untergliederung des Vereins pflegt der Plattdüütsch Kring mit Dichterlesungen und auf Studienfahrten die niederdeutsche Sprache“, würdigte die Arbeitsgemeinschaft Osteland das Wirken der ehemaligen Vorsitzenden.
Erstmals war in diesem Jahr auch ein Sonderpreis für Kinder und Jugendliche gestiftet worden, der an die Schüler der Grundschule Estorf für deren Umwelt- und Europaaktivitäten ging. Zur Verleihung waren Vertreter der Schulkinder in Begleitung ihrer Schulleiterin Hildegard Ackermann und ihres Lehrers Peter Wortmann erschienen. Ebenfalls erstmals nicht für ein Buch, sondern für ein Hörbuch verliehen wurde der Preis in der Kategorie Literatur. Preisträgerin Charlotte Drews-Bernstein (Hamburg) habe es, so Jury-Sprecher Jochen Bölsche, mit ihrem 2009 erschienenen, aus drei CDs bestehenden Hörbuch „Für und mit Peter Rühmkorf“ meisterhaft verstanden, mit fast vier Stunden umfassenden Tondokumenten in das Leben und Werk des im heutigen Hemmoor aufgewachsenen großen deutschen Lyrikers einzuführen.
In Anwesenheit von Kultusministerin a. D. Eva Rühmkorf, der Witwe des 2008 verstorbenen Schriftstellers, betonte Bölsche, der Preisträgerin sei es insbesondere gelungen, durch Befragung von Zeitgenossen herauszuarbeiten, wie nachhaltig der Dichter durch seine beiden ersten Lebensjahrzehnte in Warstade an der Oste, einem Ortsteil der heutigen Stadt Hemmoor, geprägt worden ist.
Der Wissenschaftspreis nahm der Hamburger Volkskundler und Kulturanthropologe Prof. Dr. Norbert Fischer entgegen, der „wie kein anderer“ die Geschichte der Sturmfluten, des Deichbaus und der Schleusen im Elbe-Weser-Dreieck erforscht und beschrieben habe. Mit dieser Auszeichnung sollten, so die AG Osteland, zugleich die Bemühungen des Ostedeichverbandes und des Deichverbandes Kehdingen-Oste gewürdigt werden, die gemeinsam mit dem Landschaftsverband Stade und der Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden die aktuellen Forschungsarbeiten Fischers zur Geschichte der Ostedeiche unterstützen.
In der Kategorie Naturschutz wurden die Bemühungen zweier Artenschützer um die Wiederansiedlung des im vorigen Jahrhundert ausgerotteten Europäischen Störs in der Oste ausgezeichnet. Zugesprochen wurde der Preis dem Leiter des Projekts, dem Fischereibiologen Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie, sowie dem Ostener Wolfgang Schütz, Sprecher der 7 800 organisierten Sportfischer an der Oste. Nach der bereits gelungenen Wiedereinbürgerung des Lachses in der Oste sei im April 2009 mit dem experimentellen Erstbesatz mit Jungstören „ein neues Kapitel in der Ökologiegeschichte des Flusses“ aufgeschlagen worden.
Der Medienpreis wurde der Otterndorfer Journalistin Ursula Holthausen zuerkannt, die das vom Verlag der Niederelbe-Zeitung herausgegebene „Osteland-Magazin“ seit der Gründung im Jahre 2006 journalistisch betreut, das als einziges Printmedium kreisübergreifend über das Geschehen am Fluss berichtet. Mit der Auszeichnung solle zugleich das Engagement der Redaktionen und Verlage der ebenfalls an dem Projekt beteiligten Zeitungen, des STADER TAGEBLATTS und der BREMERVÖRDER ZEITUNG, gewürdigt werden, das zum touristischen Aufschwung der Region beigetragen habe. Preisträgerin Holthausen zeigte sich in ihren Dankesworten begeistert vom Osteland, einem „Juwel des Nordens“: „Das hat der liebe Gott noch mit der Hand gemacht.“
In der Kategorie Tourismus ausgezeichnet wurde der Sittenser Samtgemeindebürgermeister Stefan Tiemann, in dessen Abwesenheit der Sittenser Gemeindebürgermeister Heinz-Hermann Evers den Preis entgegennahm. Kommunalpolitiker und Vereine der Samtgemeinde hätten, hieß es in der Laudatio, dazu beigetragen, dass rund um die Wassermühle im historischen Ortskern ein reizvolles Ensemble erhalten und weiterentwickelt worden sei, mit dem gleichermaßen den Belangen der Denkmalpflege, des Tourismus, der Hochwasservorsorge und des Artenschutzes Rechnung getragen werde. Besonders gewürdigt wird der Sittenser Ratsbeschluss, die Voraussetzungen für den Bau einer Sohlgleite am Sittenser Mühlenstau zu schaffen und auf diese Weise eine Barriere für Wanderfische wie Lachs und Stör zu beseitigen. (bz/ts) www.osteland.de