
Der Erste Vorsitzende war sichtlich angespannt, als er an das Rednerpult ging. Brauchte er aber nicht zu sein, denn das Haus ist so geworden, wie sich die Heimatfreunde das schon länger gewünscht hatten. Friedrich Michaelis bedankte sich bei allen, die tatkräftig dies große Vorhaben unterstützt und vorangebracht haben.
Namentlich hob Michealis besonders Bianka Zydek und Kurt Koopmann von der Bremervörder Verwaltung hervor, vergaß aber auch die nicht, die ihre „helfenden Hände“ mit einsetzten: die Familienmitglieder. Heiner Ehlen, Mitglied des Landtages, sah in seiner Festrede den Endpunkt allerdings noch nicht erreicht. Aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Minister wusste er verschmitzt: „Wir haben jetzt eine Station erreicht. Vereine kommen nie zu Ende.“
Ehlen lobte Michaelis für seine Durchsetzungskraft bei den maßgeblichen Stellen in Politik, der Bevölkerung und im Verein. „Was nutzt es, wenn ein Vereinsvorsitzender eine gute Idee hat? Wichtig ist, dass alle sich mit einbringen.“ Der „Minister außer Dienst – MaD“ wie Ehlen sich nun selbst bezeichnet, sprach auch die Kosten an. So liegt in der Gesamtsumme der bare Eigenanteil bei 151 484,03 Euro neben der öffentlichen Förderung des Landkreises Rotenburg (40 000 Euro), Stadt Bremervörde (52 000 Euro), Zuwendung aus den Fördermöglichkeiten des Landes der GLL Verden (75 000 Euro) und der Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde (10 000 Euro). Ehlen schlug den Bogen von den Fördermöglichkeiten solcher Projekte über LEADER zur Gestaltung der Dörfer. „Wir müssen dafür sorgen, dass junge Leute nicht abwandern. Ortskerne müssen lebendig erhalten bleiben“, forderte er.
Viele Dörfer seien dabei, zu veröden, beklagte Ehlen. Einige Projekte, die dem entgegenwirken, seien in der Region zu sehen. Weitere Projekte zur Umgestaltung der Dörfer stünden an.
So werde vom Landwirtschaftsministerium in zwölf Dörfern untersucht, ob nicht andere Formen der dörflichen Entwicklung, zum Beispiel durch Nachnutzungskonzepte für vorhandene Bausubstanz, geeignet sind, die erforderliche Infrastruktur zu schaffen. Mit Blick auf das Hesedorfer Heimathuas meinte Ehlen, dass hier ein lebendiges Zentrum für alle entstanden sei, das es mit Leben zu erfüllen gelte.
Der stellvertretende Landrat Reinhard Brünjes grautlierte dem Verein zu seiner „beispielhaften Hofanlage“, die „eine weitere Perle in der Kette ist, die Bremervörde umschließt“.
Mit zu dieser vom Landkreis geförderten „Perlenkette“ gehören unter anderem der Kornspeicher in Nieder Ochtenhausen, das Heimathaus in Mehedorf, das Findorfhaus in Iselersheim, die Ziegelei in Bevern und: „Die große Brosche bildet das Bachmann-Museum in Bremervörde.“
Bürgermeister Eduard Gummich hatte es nach diesen Rednern schwer: „Eigentlich ist schon alles gesagt worden. Ich schließe mich den Wünschen meiner Vorredner an – und bin damit durch.“ Der dankbare Applaus der anwesenden Gäste für diese humorige Einleitung, hielt ihn dann doch nicht davon ab, noch einige Anerkennungen auszusprechen. „Dank gilt denen, die mit über 6 300 ehrenamtlichen Arbeitsstunden Muskelhypothek geleistet haben.“ Gummich sei stolz, dass er in seiner Stadt einen so engagierten Ortsteil habe.
Als letzten Akt des offiziellen Teils der Feier wurde der Name des neuen Heimathauses bekannt gegeben. Ab sofort treffen sich der Heimatverein und seine Gäste im „Logehuus“. Bei Musik der Bläsergruppe der sechsten Klasse des Gymnasiums Bremervörde, Kaffee und Kuchen, Marschmusik des Spielmannszuges Hesedorf, den Aufführungen der Kindertanzgruppe in neuer Tracht, der Trachtentanzgruppe Hesedorf und der Stärkung durch eine Galloway-Rinderkeule feierte die vielen Gäste den neuen Hesedorfer Mittelpunkt.