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Eine Oma auf Verbrecherjagd


DEINSTEDT. Gebildet und mit perfekten Manieren – kann Bruno Wöllner wirklich ein gefährlicher Bankräuber sein, der in einer spektakulären Aktion aus Fulsbüttel ausgebrochen ist? Turbulent wird es auf jeden Fall für Adele Sattler, als sie von einem Verwandtenbesuch aus Bayern zurückkehrt und den jungen Mann als neuen Mieter ihrer guten Stube vorfindet. Bei Gastwirt Steffens brachte die Theatergruppe Deinstedt am Wochenende das Kriminallustspiel „Keen Fall för Oma“ auf die Bühne. Von Karin Werner


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Friedel (links) und Doris (rechts) müssen gestehen. Sie haben die gute Stube vermietet. Fotos: Werner

Für Thorsten Burfeind war es das gelungene Regiedebüt, nachdem Willi Jacken zuvor 30 Jahre die Geschicke der Deinstedter Theaterspieler gelenkt hatte.

Ein junger Mann, der vorgibt, Flugkapitän zu sein und gerade aus Rio de Janeiro zurückkommt, keine schmucke Uniform, ein schwerer Koffer im Keller und viele Geld in der guten Stube – das kommt Adele Sattler spanisch vor. Sofort wittert sie „Een Fall för Oma“. Tochter Friedel, die zuvor das Zimmer vermietet hat, und Enkelin Doris sind keine große Hilfe. Für sie ist klar: „Oma spinnt.“ So gibt es kein Pardon für Dietmar, von dem sich Doris gerade getrennt hat. Dietmar ist Kriminalbeamter und hat Adele bisher bei ihrem Hobby, aktuelle Kriminalfälle aufzuklären, kräftig unterstützt.

Turbulenzen sind vorprogrammiert. Brenzlige Situationen erfordern von Friedel und Doris, sich mit Messer und Blumenvase zu bewaffnen, um dann doch aus dem Fenster zu flüchten. Für Adele bleibt da nur der Kommentar: „Tja, nu bibbert jo de Büx.“

Ob die rüstige Seniorin den großen Deal von Bruno Wöllner und seinem Komplizen Leo Vogel (gespielt von Hermann Brandt) vereiteln kann oder ob alles nur ein großer Irrtum ist, erfuhren die Zuschauer in Deinstedt und bedachten die Schauspieler mit viel Applaus. Als grauhaarige Kriminalistin glänzte Ina Brandt in der Rolle der Adele ebenso wie die schreckhaften Damen Pöhleki. Tochter und Enkelin wurden gespielt von Yvonne Kittler und Sabrina Husemann. Als temperamentvoller Jungsporn, der Adele gegen jeden Verbrecher verteidigt, zeigte sich Dietmar Kranz, alias Carsten Seeba.

Nicht zuletzt brillierte Söhnke Fleckenstein als wortgewandter Bruno Wöllner („Darf ich Sie darauf hinweisen, dass sich an Ihrem Allerwertesten ein Fussel befindet?“). Für die Tauseggerin Doris Baden bedeutete die Textsicherheit der Akteure auf der Bühne wenig Arbeit, und den Zuschauern bescherte die gelungene Regiearbeit von Thorsten Burfeind einen vergnüglichen Theaterabend.

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Adele ist zerknirscht. Ist Bruno doch kein Verbrecher?
Artikel vom 30.01.12 - 17:41 Uhr
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