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„Esel kam aus Bremervörde“

Bremervörde. Wieso kamen die Bremer Stadtmusikanten nie in Bremen an? Wo lag das Räuberhaus, und woher kamen die Tiere? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine am Sonnabend im Bachmann-Museum eröffnete Ausstellung des Kultur- und Heimatkreises. Das Thema scheint auch viele Menschen der Region zu beschäftigen, geht doch das Gerücht um: „Der Esel kam aus Bremervörde“. Entsprechend gab es zur Vernissage einen regelrechten Besucheransturm.

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Gemeinsam freuen sie sich über den Erfolg der Ausstellung: Franz Winzentsen (hintere Reihe, von links), Reinhard Brünjes, Hans Schüttler, Susanne Morgenstern, Eduard Gummich sowie Esther Munter (vorne, von links), Rainer Klose-Andrée und Georg Tretzmüller. Fotos: Rode

Fast jeder kennt das berühmte Märchen der Gebrüder Grimm von den Bremer Stadtmusikanten aus dem Jahr 1819. Sie griffen darin eine Geschichte auf, die bereits seit dem 13. Jahrhundert erzählt wurde. Die musizierenden Tiere avancierten im Laufe der Jahre sogar zum Wahrzeichen der Stadt Bremen, obwohl sie dort nie ankamen.

Warum die Stadt Bremen sich mit tierischen Musikern schmückt, die dort nie aufgetreten sind, müssten die Bremer schon selbst klären, meinte die Vorsitzende des Kultur- und Heimatkreises, Susanne Morgenstern, die die zahlreichen Gäste begrüßte und sich bei allen Mitwirkenden bedankte. Den hiesigen Projektinitiatoren gehe darum zu klären, wo die Geschichte ihren Ursprung hat. „Sollte etwa Bremervörde die so genannte Eselstadt sein?“, hatte sich schon vor langer Zeit Georg Tretzmüller vom Kultur- und Heimatkreis gefragt und den Stader Filmemacher, Zeichner und Objektkünstler Professor Franz Winzentsen um Nachforschungen gebeten. Dieser fand die These „Der Esel kam aus Bremervörde“ tatsächlich bestätigt. „Wer sich unbedingt daran stoßen möchte, dass ausgerechnet der Esel aus Bremervörde stammen soll, darf sich selbst mal an die Nase seiner Vorurteile fassen und daran denken, dass Bremen offensichtlich die vermeintliche Misstönigkeit seines touristischen Aushängeschildes ja auch nicht als ehrenrührig zu empfinden scheint“, erklärte die Vorsitzende.

Auch Franz Winzentsen sah die allgemeine Voreingenommenheit gegenüber der Eselszunft als unberechtigt an. „Der Esel ist ein sehr kluges Tier“, sagte er. Verhaltensforscher hätten ermittelt, dass manche Verhaltensweisen vom Esel bislang falsch interpretiert worden seien. So bleibe der Esel bei Gefahr stehen, worauf der Mensch auf ihn einprügele. Daraufhin sei aber der Esel erst recht nicht fortzubewegen.

Um die These von der Eselstadt zu untermauern, wurde zur Ausstellungseröffnung der Film „Die so genannten Bremer Stadtmusikanten“ gezeigt. Winzentsen hat den Film in Koproduktion mit dem Fernsehsender ARTE gedreht. Eindrucksvoll begibt sich der Filmemacher in der 15-minütigen Darbietung auf Spurensuche. Manch ein Bremervörder wird sich noch an die große Eselparade durch die Innenstadt im vergangenen Sommer erinnern. Der Film wird demnächst auf ARTE zu sehen sein. Der Sendetermin ist noch nicht bekannt.

Ordentlich was auf die Ohren gab es im Anschluss an den Film mit der Musikperformance von Hans Schüttler. „Die Musik der Bremer Stadtmusikanten und des gemischten Räuberchors“ stellte der Musiker dem teils erstaunten, teils belustigten Publikum mittels Keyboard und verschiedenen geräuschvollen Gerätschaften sehr aussagekräftig dar. Ein Riesenspektakel muss es wohl gewesen sein, als die Räuber aus ihrem Haus getrieben wurden, glaubt man Hans Schüttler. Und so ist es schließlich auch bei den Gebrüdern Grimm nachzulesen.

Variationen um „die Eselstadt Bremervörde“ findet der Ausstellungsbesucher noch bis zum 31. Mai in den Räumen des Bachmann-Museums. Neben Franz Winzentsen hat der Kunstpädagoge am Bremervörder Gymnasium, Rainer Klose-Andrée, mit seinen Schülern vielfältige Interpretationen des Märchens von den Bremer Stadtmusikanten mit zahlreichen Illustrationen, alten und neuen Bildern und Skulpturen zusammengestellt.

Führungen durch die Ausstellung gibt es immer sonntags um 15 Uhr und nach Verabredung ( 04761/9834603). Der Vortrag „Märchen über Märchen“ von Franz Winzentsen ist am 14. Mai um 20 Uhr zu hören. Die letzte Gelegenheit zur Klärung ungelöster Fragen hat der interessierte Ausstellungsbesucher auf der Finissage am 30. Mai um 15 Uhr. Öffnungszeiten des Museums: dienstags bis freitags 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags 14 bis 17 Uhr. Das Museumscafé ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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Vielfältige Variationen um die Bremer Stadtmusikanten gibt es zu bestaunen.
Artikel vom 27.04.09 - 11:00 Uhr
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