
Am Dienstag, dem Jubiläumstag, wollten die Teilnehmer die Eisenbahn-Hochbrücke zwischen Rendsburg und Osterrönfeld erklimmen, an der die zweitälteste deutsche Schwebefähre über dem Nord-Ostsee-Kanal pendelt. Auf der „Schwesterfähre“ zwischen Osten und Hemmoor wurden die Radwanderer, geführt von den Tourenleitern Peter und Monika Prüß (Osten), am Sonntag von Vertretern der AG Osteland begrüßt und mit einem Präsent verabschiedet.
Als Dank für die monatelange Vorbereitungsarbeit überreichte der Osteland-Vizevorsitzende Jochen Bölsche den Tourenleitern die Flagge von Glückstadt, der Stadt in der Mitte der 250 Kilometer langen maritimen Route, mit dem Wunsch, die darauf abgebildete Göttin Fortuna möge allen Radlern auf der Strecke von der Oste zur Ostsee „allzeit eine glückliche Fahrt“ bescheren.
Senioren unter den 20 Teilnehmern der Jubiläumstour sind Maria und Karl Kurz, 79 und 82 Jahre alt, aus Bad Bederkesa. Beide hatten bereits 2005 an der offiziellen Erstbefahrung der „Fährienstraße“ durch den ADFC teilgenommen. Maria Kurz bedankte sich damals für die erlebnisreiche Tour von Bremervörde an die Kieler Vörde mit einem Gedicht, das mit den Zeilen endete: „Radlspaß, Natur, Kultur – all das bot die Fünf-Tages-Tour.“
Die beiden leidenschaftlichen Radwanderer hatten bereits die 35 Kilometer zwischen ihrem Heimatort und dem Startpunkt der ersten 60-Kilometer-Tagesetappe im Sattel absolviert. Als besonders reizvoll bezeichnen sie den Kontrastreichtum der Route, die sich von der stillen, idyllischen Oste mit ihren historischen Prahmfähren zur belebten Elbe wendet, um dann am Nord-Ostsee-Kanal, der meistbefahrenen künstlichen Schifffahrtsstraße der Welt, bis zur Hafenstadt Kiel mit ihren vielen Förde- und Skandinavienfähren zu führen.
Bereits am Wochenende zuvor war das Jubiläum der Route mit einem Shanty-Festival im Hafen Hemmoor-Schwarzenhütten gefeiert worden, bei dem fünf Chöre mit 100 Sängern von der gesamten „Fährienstraße“, darunter auch Gruppen aus Bremervörde und Kiel, mitwirkten. Im Mai hatte die AG Osteland in Bremervörde und Rendsburg einen neuen Radwanderführer (BLV-Verlag, Bielefeld) zu der Themenroute vorgestellt, die 50 Fähren, Brücken, Schleusen und andere maritime Sehenswürdigkeiten verbindet und die voriges Jahr vom mdr-Publikum zur Nummer zwei unter den „Traumstraßen Deutschlands“ gewählt worden war.
Die „Fährienstraße“ besteht aus drei verschiedenen Routen für Radwanderer (grün gekennzeichnet), Autofahrer (rot) sowie Wasserwanderer und Wassertouristen (blau). Nachdem die Rad- und Autorouten an den Flüssen Oste und Elbe bereits in den Jahren 2004 und 2005 ausgeschildert worden waren, soll nun, im „Jahr der Oste“, die Kennzeichnung der „Blauen Route“ folgen.
Wie AG-Osteland-Schatzmeister Johannes Schmidt mitteilt, können dank einer 10.000-Euro-Spende der Glückstädterin Hildegard Both-Walberg, Komplementärin der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen, alle Fahrgastschiff-Anleger entlang der Oste mit einheitlichen Stationsschildern versehen werden. Die Tafeln sollen die das jeweilige Ortswappen und das Logo der Deutschen Fährstraße sowie die Webadressen zeigen.
Das erste Schild wird noch vor Pfingsten in Oberndorf aufgestellt. Weitere Stationstafeln sind in Balje, Neuhaus, Gräpel, Bremervörde sowie, nach der Inbetriebnahme der dort geplanten Anleger, auch in Großenwörden, Osten und Hechthausen-Klint vorgesehen.