
In einer Pressemitteilung, die das NLWKN nach dem internen Behördentermin am gestrigen Morgen verschickte, gibt die Behörde ihre Sichtweise darüber zum besten, warum das bereits für Ende 2009 angekündigte Gutachten erst jetzt fertig geworden ist. Es habe wegen neuer Erkenntnisse aus den bisherigen Berechnungen mehrfach ergänzt und überarbeitet werden müssen. Der NLWKN kündigt jedoch an, dass seine Mitarbeiter spätestens im April in mehreren Veranstaltungen über das Gutachten und die weiteren Planungen informieren werden.
Was mit dem Oste-Wehr wird, lassen die Experten offen. Drei Varianten stellen sie als Ergebnis aus ihrer Arbeit in den Raum. Möglichkeit eins: Wehr und Schleuse werden durch eine Sohlgleite ersetzt. Möglichkeit zwei: Eine Sohlgleite ersetzt das Wehr. Möglichkeit drei: Die Schleuse wird durch eine Sohlgleite oder eine Umgehungsgerinne östlich der Wehranlage ersetzt.
Über die verschiedenen Alternativen, heißt es, würden das niedersächsische Umweltministerium und der NLWKN gemeinsam entscheiden und „zu gegebener Zeit“ informieren. Ziel bei der Neugestaltung sei es, möglichst vielen Interessen in der Region gerecht zu werden. Dabei helfe das Gutachten, das unter anderem aufzeige, welche Kronenhöhe die Sohlgleite haben müsste, um den Hochwasserschutz zu gewährleisten und einen ausreichend hohen Wasserstand zu garantieren.
Bei Niedrig- und Mittelwasserabfluss weise die Sohlgleite mit einer Höhe von 1,60 Metern über Normalnull (NN) im Vergleich zum Ist-Zustand die geringsten Unterschiede im Wasserstand auf. Bei extremem Hochwasserer gebe es bei allen vier untersuchten Höhen keine beziehungsweise kaum Abweichungen der Wasserstände gegenüber dem Ist-Zustand. Bei kleinen Hochwasserereignissen seien die Wasserstandsdifferenzen am größten. Sie würden im Bereich einiger Dezimeter liegen.
Daraus folgern die Gutachter, dass die Höhe der Sohlgleite zwischen 1,40 und 1,60 Metern NN liegen müsse. Die Tendenz gehe eher in Richtung 1,60 Meter NN. Bei geringeren Höhen würden die Wasserstände bei kleinen Abflüssen zu stark absinken und die Feuchtbiotope trocken fallen lassen. Die großen Wasserstandsdifferenzen bei kleinen Hochwasserereignissen müssten durch Optimierungen der Zwei-D-Modell-Sohlgleite in der weiteren Objektplanung auf ein akzeptables Maß reduziert werden.
Die Landwirtschaft fordert ein Sommerstauziel, das nicht höher als 1,70 Meter NN liegt. Die Sportfischer hingegen sehen einen Dauerstau von 1,90 Meter NN als unumgänglich an. Die Durchsetzung dieser Forderungen dürfte im weiteren Verlauf der Beratungen eine Rolle spielen. Das gilt auch für die weiteren Ziele, zu denen auch gehört, dass sich die Hochwassersituation für Bremervörde nicht verschlechtert und sich die Betrieb- und Unterhaltungskosten des Wehrs für das NLWKN minimieren.