Wie berichtet, schlägt Bremervördes Bürgermeister Eduard Gummich (CDU) in seinem „Geheim-Papier“, über das unsere Zeitung berichtete, die Schließung der Schulen Bevern, Elm und Stadtmitte vor. Zwei Gründe nennt er dafür: Der Haushalt der Stadt muss ausgeglichen, die Schülerzahlen gehen dramatisch nach unten.
Von der Initiative „Grundschule vor Ort!“ wurde der Schulschließung, zumindest für Elm, eine deutliche Absage erteilt. Die Politik plane, eine funktionierende Grundschule zu zerschlagen und die Kinder in Bremervörde in großen Klassen zu zentralisieren. „Kleine Schulen sind politisch nicht gewollt“, sagte Anke Rauschenberger. Stattdessen wolle man die „Lernbatterien“ weiter ausbauen.
Es muss Schluss sein mit dieser „familienfeindlichen Politik“, forderte die Elmerin. Die Kinder müssten im Mittelpunkt stehen, nicht die Kosten. Eine Schließung der Elmer Schule rechne sich finanziell nicht, im Gegenteil. Die Stadt müsse einen Großteil der Zuschüsse für die Schulsanierung und den Sporthallenbau zurück zahlen, wenn die Schule geschlossen werde.
Die geringen Schülerzahlen ließen die Elmer als Argument nicht gelten. „Es hat immer schon Höhen und Tiefen gegeben“, sagte Carsten Holst dazu. Außerdem habe Elm durch den Bau der Küstenautobahn („dauert nicht mehr lange“) ausgezeichnete Perspektiven als künftiger Wohnort.
Als ungerecht für die Ortschaft bezeichnete Anke Rauschenberger die Schuleinzugsgrenzen für Bremervörde. „Lasst die Eltern entscheiden, wohin ihre Kinder gehen sollen“, forderte sie. „Ich kenne viele Eltern, die sich für Elm entscheiden würden.“
Die anwesenden Stadtratsmitglieder der CDU machten den Elmern Mut, sich weiterhin für ihre Schule einzusetzen. „Jeder hat das Recht, für die Belange des eigenen Dorfes zu kämpfen“, sagte Albert Rathjen. Und, in Richtung des nicht anwesenden Bürgermeisters Gummich: „Es ist bedrückend, dass Schulschließungen vorgeschlagen werden.“
Sicher seien die Schülerzahlen bei der Entscheidung zu berücksichtigen, meldete sich Reinhard Brünjes zu Wort. Doch es könne nicht angehen, dass sich die Stadt um die Vorschulkinder bemühe, den Sechs- bis Zehnjährigen jedoch kein Interesse entgegenbringe und sie in „Lernfabriken“ schicke. Auch für die Kultur und die kulturelle Entwicklung der Dörfer seien Schulen unverzichtbar.
Der Hönau-Lindorfer sprach sich für einen Wettbewerb unter den Grundschulen aus. „Dann werden wir sehen, wer bestehen bleibt“, sagte Brünjes, der es enttäuschend nannte, dass sich nur die drei Dorfschulen in Bevern, Elm und Iselersheim für Ganztagsbetreuung entschieden hätten.
Auch andere Schulen müssten auf den Prüfstand, forderte DU-Ratsmitglied Uwe Hildebrandt, der sich ebenfalls für die Aufhebung der Schuleinzugsgrenzen aussprach. Es sein ein „absolutes Unding“ des Bürgermeisters, aus Kostengründen Schulen schließen zu wollen.
Verhaltenere Töne gab es aus den Reihen der Oppositionsfraktionen. An der Misere trage auch das Land Verantwortung, weil es zu wenig Lehrer zur Verfügung stelle, gab Hans-Klaus Genter-Mickley (SPD) zu bedenken. Dr. Johannes Klotz von der WG bezeichnete es als kurzsichtig, nur für die eigene Schule Lösungen zu suchen und keine Gesamtlösung anzustreben.
Nach dem Verlauf der Versammlung der Veranstaltung sah Erich Gajdzik gute Aussichten, dass die CDU-Fraktion, der er angehört, sich wieder für die Beibehaltung der Elmer Schule aussprechen werde. „Wir hatten uns in dieser Frage entzweit und gehen hoffentlich jetzt wieder in die richtige Richtung“, sagte der Elmer Ortsbürgermeister.
Aus finanziellen Gründen sei eine Schließung der Elmer Schule nicht notwendig. „Es ist Geld genug da, es muss nur für die richtigen Dinge ausgegeben werden“, sagte Gajdzik, der Sparmöglichkeiten bei den Verwaltungskosten sah. Auch bei den Grundschulen seien „Synergieeffekte“ möglich, da zum Beispiel jede Schule eine eigene Sekretärin habe.
Anke Rauschenberger forderte abschließend eine offene Abstimmung im Stadtrat. „Was sind das für Politiker, die nicht zu ihrer Meinung stehen“, fragte die Elmerin. Es sei an der Zeit, „die Hosen runterzulassen.“
Es geht der Bremervörder Politik nur noch um Macht, Geld und Strategie. Verantwortung für die Kinder wird nicht mehr übernommen.