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„Kreienhoop darf nicht ins Hintertreffen geraten“

Zeven (zz/js). Der Schriftsteller Walter Kempowski, der im Oktober 2007 starb, wäre heute 80 Jahre alt geworden. Eine Ausstellung zu Leben und Werk des Nartumers ist am Montag in der Geschäftststelle Zeven der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde eröffnet worden.

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Manfred Rieken möchte das kulturelle Erbe Walter Kempowskis gesichert wissen. Kleines Foto: Weggefährte: Fritz Carstens hat Walter Kempowski viele Jahre mit der Kamera begleitet. Foto: zz/ha

Gezeigt wird für die nächsten 14 Tage eine große Anzahl an Zeitungsartikeln und Fotos über Walter Kempowski, die sein langjähriger Wegbegleiter Fritz Carstens aus Nartum über den Schriftsteller zusammengetragen hat. Hausherr Werner Fitschen dankte dem Verkehrsverein Zevener Geest in Gestalt seines Vorsitzenden Ralph Paulsen sowie von Hermann Niss, auf deren Initiative die Ausstellung zusammengetragen worden war.

Mit Stolz, so Fitschen, blicke man auf Walter Kempowski als einen der größten deutschen Schriftsteller. „Wenn es einen Literatur-Vitus gebe, Kempowski hätte ihn bekommen“, sagte Fitschen in Anlehnung an den einmal im Jahr verliehenen Wirtschaftsvitus der Stadt Zeven.

Ein Grußwort der wegen der Einweihung der Kempowski-Promenade in Rostock verhinderten Witwe Hildegard Kempowski verlas deren Mitarbeiterin. Als Junge habe Walter Kempowski gesagt, er möchte „Archiv werden“, hieß es in dem Grußwort. Fritz Carstens sei also quasi „das Archiv vom Archiv“. Für die jahrelange Verbundenheit mit Leben und Werk ihres Mannes sprach Hildegard Kempowski in ihrem Grußwort Carstens ihren Dank und ihre Wertschätzung aus.

Eine Einführung in die Ausstellung übernahm der Heeslinger Rechtsanwalt und langjährige Stadt- und Samtgemeindedirektor Manfred Rieken. Bei der Betrachtung der Ausstellung habe er etwas entdeckt, was ihm bisher nicht bekannt gewesen sei, nämlich Walter Kempowski in Schützenuniform, erklärte Rieken. Das Sammeln und Fotografieren sei eine Gemeinsamkeit, die Fritz Carstens mit Walter Kempowski verbinde. Carstens sei quasi der Dokumentarist der Samtgemeinde Zeven in Bild und Ton. Oft an versteckter Stelle lauere er seinen „Opfern“ mit der Kamera auf, um sie dann abzulichten.

Wie Walter Kempowski, der als einer der ersten Schriftsteller überhaupt mit dem Computer arbeitete, sei auch Fritz Carstens neuen Techniken gegenüber sehr aufgeschlossen. Während er früher seine Filme auf Videocassetten überspielte, brenne er sie heute auf DVD. Der Wert der Dokumentation könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und erschließe sich erst im Laufe der Jahre.

Auf das Haus Kreienhoop eingehend betonte Rieken, es handele sich um einen Glücksfall für die Samtgemeinde, eine kulturelle Einzigartigkeit, wie auch die Tatsache, dass die Witwe das Haus für kulturelle Begegnungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stelle. Es verdiene alle Wertschätzung und dürfe nicht ins Hintertreffen beispielsweise gegenüber Rostock geraten.

Damit spielte Rieken auf den immer noch schwelenden Finanzierungsstreit um die Kempowski-Stiftung „Haus Kreienhoop“ an und verlieh der Hoffnung Ausdruck, das dafür eine tragfähige Lösung gefunden werde. Zumal das nicht immer spannungsfreie Verhältnis Kempowskis zu Zeven spätestens seit der Eröffnung des Kempowski-Zimmers im Königin-Christinenhaus als geklärt betrachtet werden könne.

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Walter Kempowski 1981 in seiner Wohnung in Nartum
Artikel vom 29.04.09 - 11:00 Uhr
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