
Bremervörde. Bremervörde bleibt „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Die frohe Botschaft machte im Rathaus schon kurz vor Weihnachten die Runde. Gestern nun hat Harald Ottmar, Leiter der Regierungsvertretung Lüneburg, Bürgermeister Eduard Gummich im Foyer des Ratssaales die offizielle Urkunde übergeben.
Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Tourismus und Verwaltung nahmen an der Feierstunde teil. Gestern auf den Tag genau vor zwölf Jahren wurde die Stadt erstmals „prädikatisiert“, wie es im Amtsdeutsch heißt.
Durch eine Änderung der „Niedersächsischen Kurortverordnung“ im Jahr 2005 kamen alle Erholungsorte des Landes auf den Prüfstand. Wer Erholungsort bleiben wollte, musste umfassende Qualitätsnachweise erbringen, berichtete Gummich. Ein Team um Fachbereichsleiterin Bianka Zydek trug Daten zu den infrastrukturellen und touristischen Angeboten der Stadt zusammen, zu medizinischer Versorgung, „Bioklima“ und Luftqualität und erarbeitete den Antrag zur „Reprädikatisierung“. Bei einem Ortstermin entschied die zuständige Kommission der Regierungsvertretung Lüneburg: „Bremervörde bleibt Erholungort.“
Dies sei eine „Auszeichnung für das bisher Geschaffene und gleichzeitig eine Verpflichtung für alle Akteure der Stadt“, so Gummich. In Zeiten knapper Ressourcen sei die vom Land geforderte Qualitätssicherung eine „große Herausforderung“. Gleichwohl sei die Reprädikatisierung „eine Art Wirtschaftsförderung für die Stadt.“ Für den Einzelhandel ergäben sich durch die staatliche Anerkennung Bremervördes als Erholungsort Vorteile mit Blick auf die Ladenöffnungszeiten, erinnerte Gummich an den verkaufsoffenen Sonntag am vierten Advent vergangenen Jahres.
Harald Ottmar betonte, die Überprüfung der „Erholungsorte“ sei „nicht ganz grundlos“ gewesen. „Es hilft nichts, wenn wir immer mehr Erholungsorte haben, sie sich aber nicht von Städten ohne Titel unterscheiden.“ Erholungsorte müssten gewisse Qualitätsmerkmale erfüllen und ein bestimmtes Leistungsangebot vorhalten. Bremervörde gelinge beides, deshalb habe die Kommission die Prädikatisierung „leichten Herzens verlängert“.
Übrigens: Von den 30 Erholungsorten, die bei der Regierungsvertretung Lüneburg die Reprädikatisierung beantragt haben, werden voraussichtlich nur zehn ausgezeichnet.
Wer nicht stolz auf diese Stadt ist, sollte schnell versuchen, es wieder zu werden.