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„Man will uns hier eine Modellschule vorgaukeln“

Von Thomas Schmidt

Bremervörde. Manchmal ist Politik auch gut fürs Geschäft. Erbsensuppen-Manni vom Wochenmarkt kann nicht klagen. „Die eine Stunde war richtig gut heute“, freut er sich und legt eine Bratwurst mit Senf auf die Theke. Schließlich finden vor der Ratssitzung (siehe Artikel oben) gleich zwei Demonstrationen satt: Gegen die Schließung der Dorfschulen rund um Bremervörde richtet sich die eine, während die Teilnehmer der anderen ihre Sorge um die Erhöhung der Kita-Gebühren zum Ausdruck bringen. Letztere ist indes unbegründet. Wie berichtet, hatte auch die CDU-Mehrheitsfraktion bereits Ende vergangener Woche deutlich gemacht, dass eine Erhöhung zur Sanierung des Haushaltsloches entgegen zunächst anders lautender Bekundungen doch nicht in Frage komme.


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Demo-Nummer zwei: Gegen die Erhöhung der Kita-Gebühren.

Die Sorge um die Schließung der Grundschulen ist indes nicht von der Hand zu weisen, das Thema steht schließlich auf der Tagesordnung im Rat. Und das bringt rund 300 Demonstranten auf die Straße. Mike Schrudde, Anke Rauschenberger, Matthias Betz von der Initiative „Grundschule vor Ort“ greifen neben der Bücherei zum Mikro und kämpfen in langen Reden gegen die Schließung der Bremervörder Dorfschulen und gegen einen Schulneubau. „Zeigen Sie, dass die Vernunft und nicht der Aktionismus diese Stadt regiert“, ruft Schrudde in die Menge, die ihm begeistert applaudiert. Auch Anke Rauschenberger fährt schweres Geschütz auf: Sie fürchtet, dass mit einem Schulneubau eine „Lernbatterie“ für 670 Kinder geschaffen werde. „Mit dieser neuen Schule versucht man uns eine Modellschule vorzugaukeln, die es nicht geben wird, denn die Stadt hat kein Geld. Man will einzig und allein den Haushalt retten und hat Angst vor der Handlungsunfähigkeit“, ist Rauschenberger überzeugt.

Sinn fürs Praktische beweist eine Demo-Teilnehmerin. Auf der einen Plakatseite kämpft sie gegen die Kita-Gebühren-Erhöhung, mit der anderen Seite beteiligt sie sich an der Demo gegen die Schulschließung. Nach einer Stunde ist auch diese zu Ende, die ersten Teilnehmer versuchen, einen der rund 180 Zuschauerplätze im Ratssaal zu ergattern. Wer keinen abbekommt, kann die Sitzung per Außen-Übertragung verfolgen. Das Interesse dafür hält sich jedoch in Grenzen. Ein gutes Dutzend Bürger versammelt sich um den Lautsprecher.

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„Grundschule-vor-Ort“-Aktivisten: Matthias Betz (von links), Mike Schrudde und Anke Rauschenberger. Fotos: Schmidt
Artikel vom 21.04.10 - 07:34 Uhr
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