Die Chance einer 50-prozentigen Förderung dürfe man sich nicht entgehen lassen, meinen die Befürworter. Damit biete sich die Möglichkeit, in den in die Jahre gekommenen Natur- und Erlebnispark mit der „Welt der Sinne“ – als Partnerprojekt der IGS – zu investieren, die Gesamtanlage zu modernisieren und weiter zu entwickeln.
Allerdings drängt die Zeit. Bis Mitte März muss die Stadt ein fertiges Konzept präsentieren. Das vom Bürgermeister verlangte Signal, wonach eine Mehrheit im Rat diesen Weg mitgeht, liegt jetzt vor: Nach der CDU hat sich auch die Grünen/FDP-Fraktion, im Gegensatz zu ihren Bündnispartnern SPD und Pro Bremervörde, dafür ausgesprochen. „Wir müssen am See etwas für die Attraktivität tun“, begründen Reinhard Bussenius und Rolf Hüchting (beide Grüne) ihren Entschluss.
Im Bauamt wird derzeit mit „Hochdruck“ (Amtsleiter Wilhelm Gathmann) an dem Konzept gearbeitet. Zwei Förderanträge werden vorbereitet: Für den Bau eines Empfangsgebäudes in der „Welt der Sinne“ sind Kosten von 495 000 Euro eingeplant; für die Erstellung eines so genannten Schiefen Raumes, des Bewegungsparcours, die Neugestaltung des Apothekergartens und – unter Umständen – der Verbesserung des „Haus des Waldes“ weitere 70 000 Euro.
Im Juni werde entschieden, sagt Gathmann, ob die Bremervörder Projekte in den Förderkatalog aufgenommen und mit der Hälfte der Kosten unterstützt werden. Danach muss alles sehr schnell gehen: Im April nächsten Jahres – rechtzeitig zu Beginn der IGS – müssen alle Maßnahmen fertig sind, wenn das Geld fließen soll.
Die WG Pro Bremervörde warnt vor soviel Eile. „Es ist nicht sinnvoll, Hals über Kopf Maßnahmen aus dem Boden zu stampfen“, meint ihr Fraktionsvorsitzender Thorsten Wruck. Sinnvoller sei es, einen „Projektplaner“ zu beauftragen, um das Problem der sinkenden Besucherzahlen in den Griff zu bekommen. Neben dem Zeitdruck bei der Antragstellung bemängelt Wruck auch die Fördermodalitäten: Der Europäische Fond für regionale Entwicklung (EFRE) fördere Maßnahmen wie die im Natur- und Erlebnispark sogar mit 80 bis 90 Prozent.
Auch die SPD sieht vor allem den Bau eines Empfangsgebäudes sehr kritisch. „Unsere Fraktion spricht sich dagegen aus“, gibt ihr Fraktionschef Heinrich Tiedemann den Beschluss wieder. Ausschlaggebend dafür seien die Kosten, aber auch, dass für die SPD ein zentrales Gebäude für den Natur- und Erlebnispark an anderer Stelle denkbar ist.
Schon seit drei Jahren liege ein Konzept über mögliche Verbesserungen für den Natur- und Erlebnispark vor, setzt Gathmann den Kritikern entgegen. Die dort aufgeführten Maßnahmen würden sukzessive umgesetzt. Natürlich werde im Rathaus auch darauf geachtet, noch günstigere Fördermöglichkeiten auszuloten, versichert der Bauamtsleiter. Allerdings sei die Möglichkeit, die die IGS biete, so attraktiv, dass die Stadt zumindest auch alles versuchen sollte, um in das Programm aufgenommen zu werden.