
Und den bekommt Rudolf Kahrs zu spüren, der sich laufend konfrontiert sieht mit Anfragen aus der Bevölkerung, wann es denn nun endlich weitergeht mit dem Brückenneubau. Eine konkrete Antwort darauf kann der Bürgermeister und SPD-Kreistagsabgeordnete nicht geben und wünscht sich vom Landkreis eine deutlich offensivere Informationspolitik.
Zur Erinnerung: Die Kreisstraße 119 ist zwischen Granstedt und Rockstedt seit nahezu einem Jahr nicht mehr passierbar. Landwirte, Schulbusse, Pendler, Transportunternehmen und Einkaufswillige müssen seither zum Teil weite Umwege in Kauf nehmen, um ans Ziel zu gelangen.
Ursache ist die marode Oste-Brücke. Sie ist nach langwieriger Untersuchung vor Ostern abgerissen worden und soll nun einem stabileren Neubau weichen. Nur, von einem Neubau ist bisher nichts zu sehen. Schlimmer noch: Reste der alten Brücke stehen noch immer in der Oste. Zuletzt herrschte wochenlang Stillstand auf der Baustelle.
„Schildbürgerstreich ist noch gelinde ausgedrückt“, ärgert sich Rudolf Kahrs. Der hatte das Thema eigenen Worten zufolge zuletzt am Montagabend während einer Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion auf den Tisch gebracht. Von der Straßenmeisterei in Sandbostel wisse er, dass die erneute Verzögerung darauf zurückzuführen sei, dass der Zuschussgeber, das Land Niedersachsen, eine Überarbeitung der Planung inklusive Statik verlangt habe.
„Die Bürger haben langsam die Nase voll“, sagt Rudolf Kahrs und ist skeptisch, dass der Neubau – wie vom Landkreis angekündigt – noch in diesem Jahr fertiggestellt werden könne. Zumal die Bauzeit mit neun Monaten angegeben worden sei. Sollte dies zutreffen, sei erst im Februar 2011 mit der Freigabe zu rechnen. Falls es dann einen ähnlich strengen Winter wie in diesem Jahr gebe, verzögere sich der Neubau womöglich weiter ins Frühjahr 2011 hinein.
„Das schreit zum Himmel“, kritisiert der Bürgermeister und schiebt den Schwarzen Peter dem Landkreis zu: „Man hat den Eindruck, dass es niemanden so richtig interessiert“. Der Rockstedter ärgert sich über die seiner Ansicht nach „mangelhafte Informationspolitik“ in Rotenburg. Wäre der Sachstand besser kommuniziert worden, dann gäbe es mehr Verständnis dafür, ist Kahrs überzeugt. So aber fühlt er sich – wie viele Bürger – allein gelassen: „Das ist eine Situation, wie ich sie in meiner Amtszeit noch nicht hatte. Man sitzt da und kann nichts machen.“
Die letzten Stützen der alten Brücke würden jetzt entfernt, so der Abteilungsleiter Straßenbau beim Landkreis, Günter Fresen, um sodann mit den Arbeiten an dem Neubau zu beginnen. In der Tat sei die Planung geprüft worden und es habe weitere Forderungen gegeben. Im Hintergrund sei viel passiert. „Einige Hindernisse mussten überwunden werden“, so Günter Fresen, denn es sei „keine einfache Brücke“. So seien etwa längere Pfähle erforderlich, um auf tragfähigen Grund zu gelangen.
Gleichwohl versichert Fresen, die neue Brücke „soll in diesem Jahr fertig werden“. Und: „Wir versuchen, die Zeit aufzuholen.“ Wie realistisch dieses Vorhaben ist? „Man muss immer optimistisch sein“, antwortet er und lacht. Bis die Brücke fertig sei, so seine Bitte, mögen die Verkehrsteilnehmer doch bitte weiter die ausgeschilderten Umleitungsstrecken nutzen. (zz/lh)
Das ist eine Situation, wie ich sie in meiner Amtszeit noch nicht hatte: Man sitzt da und kann nichts machen.