
Nach den bisherigen Erkenntnissen von Projektleiter Jörn Gessner von der Gesellschaft zur Rettung des Störs scheint die Oste von den freigesetzten Stören als Lebensraum angenommen zu werden. Ein mit einem Sender versehenes Jungtier, dessen Verhalten das Forschungsboot „Acipenser“ per Telemetrie-Empfänger rund um die Uhr verfolgt, hat sich tagelang ausschließlich in einem etwa acht Kilometer langen Flussabschnitt bei Gräpel und Hude im Kreis Stade aufgehalten. Das lasse, so Schütz, die Schlussfolgerung zu, dass der Fisch dort „ausreichend und geeignete Nahrung findet“.
Um die bisher gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen, ist am vergangenen Donnerstag ein zweiter „befunkter“ Stör in die Oste gesetzt worden. Das Verhalten auch dieses „Funk-Störs“ soll von dem Berliner Fischbiologen Frank Fredrich auf der „Acipenser“ bis zum 13. Mai beobachtet werden. Gleichzeitig werden der Oste Bodenproben entnommen, um die Beschaffenheit möglicher Laichgründe zu erkunden.
Im Herbst ist erneut ein Störbesatz mit Telemetrie-Sender in der Oste geplant, verbunden wiederum mit Bodenproben. Nach einem weiteren Störbesatz in dem schleswig-holsteinischen Fluss Stör soll eine erste Zwischenbilanz über die Eignung der beiden Elbnebenflüsse für eine größer angelegte Wiederbesiedlungsaktion gezogen werden.
Die Einweihung eines schwimmenden Stördenkmals in Oberndorf soll am Pfingstsonnabend, 30. Mai, ab 15 Uhr mit einem Platzkonzert umrahmt werden, wie Edfried Uhtenwoldt vom Oberndorfer Stör-Initiativkreis mitteilt. Bereits am Vorabend, 29. Mai, ab 20 Uhr, informiert die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland im Großen Salon des Oberndorfer Restaurantschiffs „Ostekieker“ während einer „Kaviar-Nacht“ über Vergangenheit und Zukunft der Oste-Störe.
In der von Osteland-Vorstandsmitglied Jochen Bölsche moderierten Veranstaltung spricht die Regionalhistorikern und Autorin Gisela Tiedemann-Wingst („Hamburger Kaviar“) über die Ausrottung des Oste-Störs durch Überfischung vor etwa 100 Jahren. Über die aktuellen Bemühungen um den Stör sowie über die erfolgreich vollzogene Wiederansiedlung des vor rund 50 Jahren verschollenen Lachses durch die Artenschützer am Fluss berichtet Wolfgang Schütz von der Ostepachtgemeinschaft, in der über 20 Sportfischervereine mit rund 5.600 Mitgliedern organisiert sind; Schütz und Tiedemann-Wingst sind Osteland-Mitglieder.
Karten zur „Kaviar-Nacht“, zu der eine Fischplatte samt Stör-Eiern und „Fischerköm“ gereicht wird, sind ausschließlich im Vorverkauf (15 Euro) im Restaurant „Ostekieker“ erhältlich; die Zahl der Plätze ist begrenzt.