Die Gruppe zog durch die Fußgängerzone in Richtung Neuer Markt. Die schwarz gekleideten Versammlungsteilnehmer führten ein braunes Transparent. Dazu skandierten sie die Parole „Gegen polizeiliche Willkür“. In Höhe der Wallbergstraße stellte sich ein leitender Polizeibeamter dem Aufzug entgegen, um die Aktion zu stoppen. Der Aufzug umging den Beamten, der aus der Masse heraus von einem Versammlungsteilnehmer einen Schlag in den Rücken erhielt. Der Polizeibeamte konnte den Tatverdächtigen ergreifen, wurde aber von diesem zu Boden gerissen. Der Beamte erhielt am Boden einen Tritt von einem anderen Versammlungsteilnehmer gegen die Brust, so dass er den Festgenommenen losließ. Der Beamte wurde bei dem Angriff leicht verletzt.
Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief erfolglos. Die ungenehmigte Versammlung hatte sich bereits in alle Richtungen verstreut. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Schweren Landfriedensbruchs, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung ein.
Nach dem Verbot der Neonazi-Demo in Hannover haben rechtsextreme Protestierer Rotenburg als Ausweichort angesteuert. Auch im benachbarten Verden richtete sich die Polizei auf die Neonazis ein. Dort trafen aber zunächst nur linke Gegendemonstranten ein. Sie waren größtenteils per Bahn aus Hannover gekommen, während der Fahrt begleitet von zahlreichen Einsatzkräften.
In der Landeshauptstadt demonstrierten unterdessen 12.000 Menschen friedlich gegen Rechtsextremismus. Nachdem das Bundesverfassungsgericht eine Kundgebung von rechtsextremen Kameradschaften in der Stadt in letzter Minute endgültig verboten hatte, blieb es in Hannover angesichts massiver Polizeipräsenz ruhig. .