
„Wir vom TouROW sind eigentlich auch nur ‚Wander-Laien‘“, sagte dessen Diplom-Geographin und Projektmanagerin Petra Welz, die zusammen mit ihrem Kollegen Benjamin Bünning den Workshop leitete. Deshalb hatten sich die Touristik-Fachleute des Landkreises professionelle Unterstützung ins Boot geholt.
Um aus der Vielzahl von scheinbar attraktiven Wanderwegen diejenigen herauszufinden, die alle Ansprüche von „modernen“ Wanderern erfüllen, hatte der TouROW eine Machbarkeitsstudie beim Büro für Tourismusmanagement und Regionalentwicklung in Hannover in Auftrag gegeben und den Experten aus der Landeshauptstadt auch die Projektleitung übertragen.
Aus Hannover war deshalb Maximiliane Richtzenhain an die Oste gereist. Fachkundigen Rat erteilten außerdem die beiden Wanderbuchautoren und Redakteure eines Fachmagazins Sabine Malecha und Joachim Lutz aus dem Rhein-Sieg-Kreis im südlichen Nordrhein-Westfalen. Im Kern erarbeiteten diese Fachleute mit den Workshop-Teilnehmern Lösungsansätze zur objektiven Untersuchung und Bewertung von Wanderwegen.
Und was will der Wanderer von heute? Schnell wurde den hiesigen Gästeführern klar: Gefragt sind neben gut begehbaren Wegen vor allem eine abwechslungsreiche Landschaft und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Aber auch die infrastrukturelle Ausrichtung mit aussagekräftigen Wegweisern und Entfernungstabellen, mindestens zwei intakte Bänke, Sitzgruppen oder eine Hütte pro vier Kilometer und großformatige Infotafeln mit entsprechenden Übersichtskarten gehören heute zu den Qualitätskriterien attraktiver Wanderwege.
Unter dem Aspekt „Kultur und Einkehr“ solle man bei der Erfassung von lohnenswerten Wegstrecken auch historische Baudenkmäler von regionaler Bedeutung und geeignete Gasthäuser einbeziehen, meinten die Wanderexperten. Vor allem solle man sich beim Erfassen eine Weges Zeit lassen und besonders auf Details achten. Sie erst machten die Route „liebenswert“.
Und weil Kompass und Karte „Schnee von gestern“ seien, orientiere sich der moderne Wanderer heute ebenso wie die „Späher“ nach guten Wegstrecken mittels dem „Global Positioning System“ (GPS), meinten die Experten. Dieses von Satelliten gestützte Navigationssystem zur exakten Positionsbestimmung zeigt den eigenen Standort jederzeit mit einer maximalen Abweichung von fünf bis zehn Metern an.
Und damit die hiesigen Gästeführer und Mitglieder aus Wander- und Heimatvereinen bei ihrer Erkundung neuer Wanderwege künftig auch technisch auf der Höhe sind, begaben sie sich zum Schluss des Workshops auf Schusters Rappen auf eine kleine Wegstrecke entlang des Hafens und des südlichen Ufers des Vörder Sees wieder zurück zum Oste-Hotel, wobei sie die Handhabung kleiner und kostengünstiger GPS-Geräte gleich in der Praxis ausprobieren konnten.
Jetzt steht dem Ziel des Tou-ROW nichts mehr im Wege: Der Touristikverband strebt ein System von rund 30 Rundwanderwegen an, die von möglichst vielen der rund 40 Millionen deutschen Wanderfreunde in Anspruch genommen werden sollen.