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„Unternehmerische Freiheit“ gefragt


Bremervörde. Die Forderung hatte es in sich: Sofortiger Baustopp für Biogasanlagen. Kurz vor Jahresschluss ging der stellvertretende Landesvorsitzendes des Naturschutzbundes, Uwe Baumert, aus Deinstedt mit diesem Thema an die Öffentlichkeit. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Landvolk-Vizepräsident Heinz Korte aus Plönjeshausen weist die NABU-Kritik in wesentlichen Punkten als „fachlich unbegründet“ zurück. Von Thomas Schmidt


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Zwischen Land- und Energiewirtschaft: Im Landkreis Rotenburg liegt der Flächenbedarf für die derzeit beantragten und bereits laufenden Biogasanlagen nach Landvolk-Angaben bei 16 000 Hektar, was einen Anteil von 13 Prozent an der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis bedeutet. Foto: bz

„Nicht an den Wünschen einzelner Interessengruppen, sondern an gesetzlichen Vorschriften orientieren sich Niedersachsens Landwirte bei der Ausrichtung ihrer Betriebe“, heißt es zur NABU-Forderung im Landvolk-Pressedienst. Landwirte betreiben nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes „eine ordnungsgemäße und nachhaltige Produktion“, die durch kontinuierlich steigende Erträge bei rückläufigem und gezieltem Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln gekennzeichnet sei. Voraussetzung dafür sei der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. „Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat die Merkmale der nachhaltigen Landwirtschaft ganz aktuell und sehr detailliert in einem Leitfaden zusammen gefasst. Er bietet einen Orientierungsrahmen für die Umsetzung der guten landwirtschaftlichen Praxis, des integrierten Landbaus und einer nachhaltigen Landwirtschaft“, reagiert das Landvolk auf die Kritik der Naturschützer, die den Bau von Biogasanlagen zum Anlass nehmen, sehr detaillierte Vorschläge zur Gestaltung der Landwirtschaft und des Landschaftsbildes zu formulieren.

„Jeder Betriebsleiter muss für sich selbst entscheiden, wie er sein Einkommen erzielen will und sich an den Bedürfnissen des Marktes wie auch der politischen Rahmenbedingungen orientieren. Die Beachtung der gesetzlichen Vorgaben ist unabdingbar, aber unsere Landwirte können ihre Betriebsentwicklung nicht an den Sonderwünschen Einzelner ausrichten“, weist Landvolk-Vizepräsident Heinz Korte solche Ansinnen zurück. „Wir schreiben anderen Branchen auch nicht die Gestaltung ihrer Produktpalette vor“, fügte er an.

Der NABU Niedersachsen hat in einem Zehn-Punkte-Papier sehr weitgehende Forderungen an die Landwirtschaft formuliert. Die Forderungen orientierten sich vornehmlich an einem gewünschten Landschaftsbild und nehmen keine Rücksicht auf wirtschaftliche Grundsätze, kritisiert Korte.

Das Landvolk verweist darauf, dass noch neue Kulturen wie der Raps zur Bereicherung der Kulturlandschaft beitragen, auch die Kartoffel habe sich ihren Stellenwert auf dem Acker mühsam erkämpfen müssen. „Dagegen gibt es für Faserpflanzen oder Leguminosen kaum noch eine Nachfrage. Nicht nur das von der Politik forcierte Interesse der Landwirte an regenerativen Energien, sondern auch neue Stallbauvorhaben stoßen bei einzelnen Interessengruppen auf Kritik. Dabei geht es selten um fachliche Argumente, vielmehr fühlen sich Landwirte in ihrer unternehmerischen Freiheit zunehmend eingeengt“, teilt das Landvolk mit.

„Im Landkreis Rotenburg liegt der Flächenbedarf für die derzeit beantragten und bereits laufenden Biogasanlagen bei 16 000 Hektar, was einen Anteil von 13 Prozent an der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis bedeutet“, ergänzt Korte. „Die Biogasanlagen im Landkreis Rotenburg leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

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„Die Biogasanlagen im Landkreis Rotenburg leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klima schutz.“ Landvolk-Vizepräsident Heinz Korte weist die NABU-Kritik zurück. Foto: Schmidt
Artikel vom 08.01.10 - 08:00 Uhr
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