
Um kurz vor 18 Uhr war gestern der Wechsel an der Spitze perfekt. Bremervördes Oberligahandballer hatten ein bis zum Abpfiff spannendes und sehenswertes Topspiel vor 400 Zuschauern in der Halle Tetjus-Tügel-Straße gegen Verfolger ATSV Habenhausen verdient gewonnen. Zugleich konnte sich der TSV im vierten Anlauf unter Trainer Rajkovic erstmal gegen die Südbremer durchsetzen. „Am Schluss ist es noch einmal spannend geworden, aber über 60 Minuten gesehen, haben wir verdient gewonnen“, meinte Coach Sascha Rajkovic.
Die gestrige Partie hatte alles zu bieten, was zu einem Spitzenspiel gehört. Eine volle Halle, zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten und voll auf Sieg spielten, spektakuläre Paraden von starken Torhütern und eine hektische Schlussphase, die für große Spannung sorgte.
Bremervördes Trainer Sascha Rajkovic freute sich riesig über den Sieg, „und es ist auch ein schönes Gefühl jetzt Erster zu sein“, sagte der Coach, der seiner Mannschaft ein großes Kompliment für „wieder einmal eine starke kämpferische Leistung“ machte, allerdings seinen Keeper Max Alpers für eine „super Leistung“ heraushob. Der TSV-Torwart kann aus beruflichen Gründen kaum oder gar nicht trainieren, war gestern aber in Topform und vor allem in der zweiten Halbzeit der große Rückhalt.
Den Grundstein für den Heimsieg legten die Bremervörder mit einer starken Defensive zu Beginn der zweiten Halbzeit. Nach 16:14-Pausenführung sorgten vor allem Adnan Salkic, ein sicherer Siebenmeterschütze Fabian Rojahn und ein treffsicherer Krystian Brunkowski auf Linksaußen für die Tore zum Fünf-Tore-Vorsprung nach etwas mehr als 40 Minuten. Fast jeden Treffer mussten sich die Gastgeber allerdings hart erarbeiten, denn Habenhausen bot ebenfalls eine starke Defensivleistung und hatte in Benedikt Wendler und Olaf Kümmel ebenfalls gute Torleute.
Der neue Spitzenreiter konnte seine Führung sogar bis auf 29:22 ausbauen, war damit aber acht Minuten vor Schluss noch nicht auf der sicheren Seitet. Habenhausens Coach Lars Müller-Dormann nahm eine Auszeit und ließ Bremervördes Torjäger Adnan Salkic durch Marcel Fischer an die kurze Leine nehmen. Die Bremer verkürzten auf 29:25, weil die Gastgeber Zeitstrafen kassierten und in Unterzahl im Angriff Fehler machten. Und der Vorsprung schmolz weiter – bis auf 30:28. Am Ende reichte die Zeit jedoch nicht mehr.
„Das war ein verdienter Sieg für Bremervörde. Die Zuschauer haben ein Oberligaspiel auf hohem Niveau gesehen. Wir haben es verpasst, nach der Pause dran zu bleiben. Das war entscheidend. Bremervörde hat die Meisterschaft jetzt selber in der Hand“, sagte Habenhausens 32-jähriger Routinier Muris Salkic nach dem Spiel gegen seinen ehemaligen Verein. „Bei uns hat heute ein Rädchen ins andere gefasst“, freute sich TSV-Rechtsaußen Torben Rode über den Erfolg im Prestigeduell.
Spielfilm: 1:0, 2:3, 4:5, 7:9, 9:11, 13:11, 16:14 - 21:16, 26:21, 29:23, 29:25, 30:25, 30:28.