Die Leuchttürme entlang der Elbe sind eindrucksvolle Zeugnisse der über 100-jährigen Navigations- und Ingenieurskunst. Sie lassen sich vereinfacht in Leitfeuer und Richtfeuer unterscheiden. Die Leitfeuer lenken die Schiffe durch schwierige Gewässer, indem sie zum Beispiel durch verschiedenfarbige Lichter sicheres und unsicheres Fahrwasser kennzeichnen.
Ein Richtfeuer dagegen besteht aus zwei Leuchttürmen: dem höheren Ober- und dem kleineren Unterfeuer. Zusammen kennzeichnen sie die Mitte des tiefen Fahrwassers. Sieht der Schiffsführer die Lichter in einer senkrechten Linie mit seinem Schiff, so befindet er sich auf der Richtfeuerlinie, sieht er die Lichter verschoben, dann muss er seinen Kurs korrigieren.
Auch die leuchtturmnahen Orte beteiligen sich am ElbeLeuchtturmTag und bieten den Besuchern ein attraktives Begleitprogramm. Im Internet sind unter www.elbe-leuchtturm-tag.de schon jetzt zahlreiche Veranstaltungen und weitere Informationen zu finden. Organisiert wird der „ElbeLeuchtturmTag“ von der Arbeitsgemeinschaft Maritime Landschaft Unterelbe und den lokalen Tourismusorganisationen in Kooperation mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV).
Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ist Eigentümerin sämtlicher befeuerter Leuchttürme und setzt und betreibt diese Schifffahrtszeichen zur Sicherung des Schiffsverkehrs. Sie ist verantwortlich für die Bundeswasserstraßen im gesamten Bundesgebiet und nimmt die staatlichen Aufgaben der Binnen- und Seeschifffahrt wahr.
Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsämter Hamburg und Cuxhaven werden die Besucher des „ElbeLeuchtturmTages“ durch die Leuchttürme lotsen und ihnen viele interessante Ein- und Ausblicke ermöglichen. Der Eintritt zu den Leuchttürmen der WSV ist frei. Museumsleuchttürme freuen sich über eine Spende.
Die Arbeitsgemeinschaft „Maritime Landschaft Unterelbe“ widmet sich der Aufgabe, die Elbelandschaft, die sich vom Westen Hamburgs bis zur Nordsee erstreckt, bekannter zu machen und die maritimen Kulturdenkmäler der Region zu erhalten. Die Leuchttürme sind dabei „herausragende“ Botschafter. Gemeinsam mit den lokalen Touristikorganisationen werden attraktive Begleitprogramme organisiert und koordiniert, so dass die Besucher des „ElbeLeuchtturmTages“ voll auf ihre Kosten kommen dürften.
Folgende Leuchttürme sind am 14. Juni geöffnet:
Unterfeuer Wittenbergen, Hamburg-Rissen: Der rot-weiß gestreifte, sechseckige Leuchtturm mit einer Höhe von rund 30 Metern wurde 1899 gebaut. Doch schon nach fünf Jahren musste der Stahlgitterturm umziehen – er wurde um neun Meter nach Süden versetzt. Er thront auf einem sechseckigen Sockel, direkt am Wittenbergener Elbstrand.
Oberfeuer Somfletherwisch bei Jork: Das Flair des Alten Landes umgibt diesen rot-weiß gestreiften Gitterturm wenige 100 Meter vom Elbufer entfernt. Der Turm ging 1907 in Betrieb. Mit seinen 35 Metern Höhe gehört er zu den „Mittelgroßen“ unter den Leuchttürmen. Er ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge an der Elbe oder durch das Alte Land.
Leitfeuer Twielenfleth, bei Stade: Er wurde bereits 1893 erbaut und führte die Schiffe gut 90 Jahre sicher die Elbe entlang. Die Bürgerschaft Twielenfleth bewahrte das nur rund 13 Meter hohe Leuchtfeuer 1984 vor der Schrottpresse. Im Inneren findet der Besucher eine Modellschiffausstellung, die mehr als 100 Jahre Seefahrtsgeschichte greifbar werden lässt.
Oberfeuer Krautsand zwischen Wischhafen und Drochtersen: Die Elbinsel Krautsand blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Noch im 17. Jahrhundert befand sie sich mitten im Elbstrom, heute liegt sie am westlichen Ufer. Das Oberfeuer aus dem Jahre 1907 ist ein 35 Meter hoher, sechseckiger Eisenturm mit dem typischen rot-weißen Anstrich.
Oberfeuer Glückstadt: Dieser Leuchtturm wurde zwischen 1936 und 1937 aus Beton erbaut. Auch er verfügt über den charakteristischen rot-weißen Anstrich. Eine Besonderheit ist das dreieckige Laternenhaus. Knapp 33 Meter hoch, bietet das Oberfeuer Besuchern am Stadtrand von Glückstadt ein wunderbares Panorama.
Unterfeuer Scheelenkuhlen bei St. Margarethen: Dieser Leuchtturm mit jüngerer Baugeschichte (1975 gebaut) liegt an der B 431. Der rot-weiß gestreifte Turm aus Beton erhebt sich gute 23 Meter über den Erdboden. Dabei dient er nicht nur für das Richtfeuer Scheelenkuhlen als Unterfeuer, sondern ergänzt gleichzeitig die Richtfeuerlinie St. Margarethen.
Oberfeuer Otterndorf: Bei Otterndorf gelegen, bietet der 52 Meter hohe Leuchtturm den Besuchern einen weiten Ausblick über die Mündung der Elbe. Der rot-weiße Turm trägt einen markanten kegelförmigen, roten Kopf. Das Oberfeuer wurde 1984/85 aus Stahl errichtet.
Unterfeuer „Dicke Berta“, Cuxhaven-Altenbruch: Die „Dicke Berta“ war das Unterfeuer der „Schlanken Anna“. Im Gegensatz zur Schlanken Anna“ wirkt der nur 13 Meter hohe Turm geradezu „pummelig“. 1897 ging er in Betrieb und wies den Schiffen bis 1983 den Weg. Die Altenbrucher restaurierten den Stahlturm liebevoll und detailgetreu.
Oberfeuer Altenbruch, Cux-Altenbruch: „Neue Schlanke Anna“ heißt der Betonturm im Volksmund, der 1968 errichtet wurde. Sein Vorgänger, die erste „Schlanke Anna“, wurde 1971, nach mehr als 70 Jahren Betriebszeit, abgebrochen. Der neue, schwarz-weiße Turm kurz vor Cuxhaven an der B 73 ragt stolze 59 Meter in die Höhe. Die Dreieckstafel wurde 2007 dem Turm vorgesetzt, damit er sich noch auffälliger als bisher, vor dem neuen Industriegebiet hinter dem Deich abhebt.
Unterfeuer Baumrönne, Cuxhaven: Der rot-weiße Turm wirkt mit seinem dreieckigen Toppzeichen eher wie ein Fluggerät als ein Leuchtturm. Unter dem Laternenhaus beginnt die Spitze des Dreiecks und wird nach unten breiter. Er ist seit 1970 in Betrieb und steht direkt am Deich. Aus rund 22 Metern Höhe bietet er einen tollen Blick über die Elbe. Die flügelartigen Dreiecks-Tafeln wurden 2007 am Turm angebracht, damit er sich noch auffälliger als bisher, vor dem neuen Industriegebiet hinter dem Deich abhebt.