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Förster in Sorge, Wald in Not

Uhr Frauke Siems
Betreut 16 Wälder zwischen der Falje bei Deinstedt und Himmelpforten: Förster Siegfried Rakowitz beim „Waldspaziergang“ im Vorwerk in Bremervörde. Foto: Siems

Bremervörde. Der Wald ist die Arbeitsgrundlage und der Schützling der Niedersächsischen Landesforsten, aber er ist im dritten Jahr extremer Trockenheit auch ihr Sorgenkind. Im Harz sterben ganze Wälder, vor allem Fichten, weil sie wegen ihrer flachen Wurzeln sturmanfällig sind und außerdem auf dem Speiseplan des Borkenkäfers ganz oben stehen. Die BREMERVÖRDER ZEITUNG hat sich bei einem Spaziergang im Vorwerk in Bremervörde bei den Förstern Siegfried Rakowitz und Knut Sierk nach der Situation vor Ort erkundigt.

Die Lage sei nicht so dramatisch wie im Harz, aber die Grundwasserversorgung sei auch in seinem Zuständigkeitsgebiet kritisch, berichtet Siegfried Rakowitz. Sein Bereich umfasst von der Falje bei Deinstedt bis nach Himmelpforten 16 Wälder – der Fachmann spricht von „Forstorten“. Der nasse Winter 2018 habe den Bodenwasserspeicher nach zwei trockenen Sommern nicht auffüllen können. „Wir brauchen eine vernünftige Niederschlagsverteilung“, meint Rakowitz‘ Kollege Knut Sierk, Pressesprecher der Landesforsten-Region Nord-Ost Niedersachsen. Der Februar sei in diesem Jahr zwar übermäßig nass gewesen, aber das Wasser sei auf dem kalten, nassen Boden größtenteils einfach abgeflossen.

Viele Gräben seien inzwischen trocken gefallen, berichtet Rakowitz, „das füllt sich auch nach zwei Monaten kräftigen Regens nicht so schnell auf“. Auf einer Spatenlänge und mehr sei der Boden „knochentrocken“. Zum Zeitpunkt des Spaziergangs Ende April galt in Bremervörde und umzu Waldbrandgefahrenstufe 4. Im Heidekreis, wo Knut Sierk herkommt, war mit 5 die höchste Risikostufe erreicht.

Damit Aufforstungen unter diesen Bedingungen überhaupt gedeihen können, müssen sich die Forstleute über die richtige Wahl der Baumarten Gedanken machen. Die künftigen Bäume müssen mit dem sich ändernden Klima in den nächsten Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten zurechtkommen. So hat man sich im Vorwerk für Roteichen entschieden. Bis zu 1,20 Meter hohe „Großpflanzen“ mit bereits kräftigem Wurzelwerk wurden mit Hilfe eines Baggers tief in die Erde gepflanzt und reichen so besser in feuchtere Bodenschichten als kleine Setzlinge. Wo bislang reihenweise Fichten standen, bis sie vom Sturm oder dem Borkenkäfer „gefällt“ wurden, haben Rakowitz und sein dreiköpfiges Team die klimaangepassten Bäume gepflanzt.

Den kompletten Artikel können Sie in der gedruckten Ausgabe und im ePaper der BZ lesen.

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