Lokalsport

TSVer hadern mit den Schiris

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Mann des Spiels: Bremervördes Neuzugang Karol Moscinski erzielte am Sonnabend beim 21:22 gegen Habenhausen zwölf Tore.Fotos: Brinkmann

Bremervörde. Dieser Auftakt macht Lust auf mehr. Die Oberliga-Handballer des TSV Bremervörde sind zwar mit einer 21:22-Niederlage gegen den hohen Favoriten ATSV Habenhausen in die Saison gestartet, sorgten aber bei ihrem ersten Saisonauftritt dennoch für Begeisterung auf den Rängen. In den Blickpunkt rückten am Sonnabend die Schiedsrichter. Die Bremervörder fühlten sich durch viele Entscheidung benachteiligt und um den Lohn gebracht.

Adnan Salkic hatte sich auch eine Stunde nach dem Spiel noch nicht wieder beruhigt und diskutierte vor der Halle mit Bremervörder Zuschauern. „Du kannst als Schiedsrichter Fehler machen. Einen, zwei, drei oder auch vier, aber über 60 Minuten so viele Fehlentscheidungen zu treffen, das geht einfach nicht“, meinte der TSV-Routinier. Salkic selbst war von den Pfiffen der Unparteiischen Van Hoang Chung und Volker Pellny selbst direkt betroffen. Für ihn war die Partie nach nur 30 Minuten beendet, weil er nach drei Zeitstrafen die Rote Karte sah. Dabei war der Rückraummann vor allem mit der dritten Zeitstrafe absolut nicht einverstanden. „Wenn sogar mein Gegenspieler zu den Schiris geht und erklärt, dass nichts war, dann verstehe ich so etwas einfach nicht“, meinte Salkic.

TSV Bremervörde - ATSV Habenhausen 21:22 (8:10)

TSV: Sebastian Spark - Philipp Habermann, Jannes Hollstein, Adnan Salkic (3/1), Finn Thode, Benjamin Nijland, Marek Sickert (1), Felix Weber (5), Karol Moscinski (12/2)

Torschützen Habenhausen: Marcel Fischer (1), Björn Wähmann (1), Felix Meier (1), Janik Schluroff (2), Mirco Wähmann (4), Yannick Schäfer (3), Hauke Marien (6), Tim Steghofer (4)

Zeitstrafen: 18:8 Minuten

Das nächste Spiel: SV Beckdorf - TSV Bremervörde (8. September, 19.30 Uhr)

Der Bremervörder musste also auf die Tribüne und seine Teamkollegen die Partie ohne ihren Leader fortsetzen. Drittliga-Absteiger ATSV Habenhausen, der im Gegensatz zu den Gastgebern mit voll besetzter Ersatzbank angetreten war, führte nach dürftigen und zähen ersten 30 Minuten mit 10:8. Vor der Halle wurde bereits über die Höhe der Bremervörder Niederlage spekuliert. Und als die Gäste gleich nach Wiederbeginn auf 12:8 erhöhten, deutete alles auf eine klare Auftaktpleite hin.

Moscinski Mann des Spiels
Doch es kam anders. Die Bremervörder, angefeuert von den Zuschauern, nahmen wie so oft in den vergangenen Jahren das Herz in die Hand. Das Team, das ohne Kreisläufer Jan-Ole Thode und Rechtsaußen Joscha Janssen auskommen musste, ließ nicht locker und blieb dran. Und es war jetzt vor allem ein Mann, der sein Potenzial eindrucksvoll demonstrierte: Neuzugang Karol Moscinski wurde zusammen mit Habenhausens sechsfachem Torschützen Hauke Marien zum Mann des Spiels. Der TSV-Rückraumspieler, der vom VfL Fredenbeck gekommen war, packte hinten zu, übernahm vorne Verantwortung und riss seine Mitspieler mit. „Das war herausragend“, meinte Trainer Thomas Koch. Moscinski traf in den zweiten 30 Minuten wie aus dem Lehrbuch und blieb nahezu ohne Fehlversuch. Spätestens nach seinem Treffer zum 17:18 war die Partie knapp zehn Minuten vor Schluss wieder offen. Und es kam noch besser für den Außenseiter, denn der Rückraummann Moscinski besorgte das 20:20 in der 57. Minute und 30 Sekunden vor Abpfiff per Siebenmeter nach Foul an Jannes Hollstein das 21:21. Die Überraschung war zum Greifen nah.

Dass es am Ende kein Happy End gab, machten die Bremervörder dann an einer weiteren unglücklichen Entscheidung der Schiedsrichter fest. Nach dem 21:22 für Habenhausen acht Sekunden vor dem Ende landete im Gegenstoß ein Wurf von Moscinski zum vermeintlichen Ausgleich im Tor. Doch statt mit dem Pfiff und auf den Vorteil zu warten, entschieden die Unparteiischen auf Foul für den TSV und Freiwurf, den die Bremervörder dann nicht mehr verwandeln konnten. Die erbosten TSV-Fans machten ihrem Unmut mit „Schieber-Rufen“ Luft.

Trainer Thomas Koch wollte sich zu den Unparteiischen nicht weiter äußern und sagte lediglich: „Die Mannschaft fühlte sich schon ungerecht behandelt. Es ist schade, dass die Jungs heute nicht belohnt worden sind“. Der TSV-Coach lobte sein Team für eine „grandiose kämpferische Leistung“. „Dass wir gegen diesen Gegner nur 22 Gegentore bekommen, ist herausragend. Diesen Spirit müssen wir mitnehmen“, so Koch mit Blick auf die kommenden Partien in Beckdorf, gegen Rotenburg und Fredenbeck.

Gästetrainer Matthias Ruckh war hingegen wenig verwundert, dass es so eng für seine Mannschaft werden würde. „Ich habe hier mit verschiedenen Vereinen schon solche Spiele erlebt. Eigentlich waren wir überlegen, aber wenn du in Bremervörde nicht zehn Minuten vor Schluss deutlich führst, kannst du dir nie sicher sein. Die spielen hier wie eine Familie und beißen. Dem muss man auch mal großen Respekt zollen. Ich bin meinen Jungs nicht böse, dass sie nur mit einem Tor gewonnen haben. Sie haben es gut gemacht und am Ende die Nerven behalten“, so der ehemalige Kreisläufer der HSG Schwanewede.

TSV Bremervörde - ATSV Habenhausen 21:22 (8:10)

TSV: Sebastian Spark - Philipp Habermann, Jannes Hollstein, Adnan Salkic (3/1), Finn Thode, Benjamin Nijland, Marek Sickert (1), Felix Weber (5), Karol Moscinski (12/2)

Torschützen Habenhausen: Marcel Fischer (1), Björn Wähmann (1), Felix Meier (1), Janik Schluroff (2), Mirco Wähmann (4), Yannick Schäfer (3), Hauke Marien (6), Tim Steghofer (4)

Zeitstrafen: 18:8 Minuten

Das nächste Spiel: SV Beckdorf - TSV Bremervörde (8. September, 19.30 Uhr)
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