Lokalsport

Tennispremiere der besonderen Art

Uhr Michael Brinkmann
Linkshänder Andre Lütjen konnte zwei Punkte zum Sieg der Gnarrenburger Herren-30 II beisteuern.Fotos: Brinkmann

Gnarrenburg. Der Ball, mit dem sie sich bisher überwiegend als Spielgerät beschäftigt haben, ist um ein Vielfaches größer und muss nicht übers, sondern ins Netz befördert werden. Dass sechs aktive und ehemalige Fußballer des TSV Gnarrenburg aber auch eine Portion Talent im Umgang mit der gelben Filzkugel haben, bewiesen sie am vergangenen Wochenende eindrucksvoll. Als neues Herren-30-II-Team des TC Gnarrenburg gewannen sie ihr Saisonauftaktmatch. Das an sich ist natürlich noch nichts Ungewöhnliches. Doch weil fünf der langjährigen Kicker ihr erstes Tennispunktspiel überhaupt bestritten, war es eine besondere Premiere und die BZ dabei.

Weil Covid-19 den Sport Mitte März lahmgelegt hatte, stand lange Zeit nicht fest, ob es in diesem Jahr eine Tennissommersaison geben würde. Und weil nach dem Okay bis Anfang Juni nicht klar war, ob aufgrund der geltenden Abstandsregeln Doppel gespielt werden dürfen, haben etwa 40 Prozent der Mannschaften ihre Meldung für Punktspiele wieder zurückgenommen. Für die „Tennis-Newcomer“ des TC Gnarrenburg kam allerdings eine Abmeldung nicht in Frage, denn nach vielen Trainingseinheiten in der Halle und auf Asche waren alle heiß aufs erste Tennis-Punktspiel ihres Lebens. „Wir haben das schon im Winter festgezurrt und wollten das jetzt auch durchziehen“, sagt Meik Homburg.

Er war vor zwei Jahren auch der Initiator für die neue Gnarrenburger Herren-30-Truppe, in der ausschließlich Fußballer spielen. Man traf sich unregelmäßig mit ein paar Leuten zum Trainingsmatch. Der eine oder andere sprang wieder ab, andere kamen dazu, wie zum Beispiel Gnarrenburgs Ex-Fußballtrainer Andre Lütjen. Alle aus dem Sechserteam kennen sich seit ewigen Zeiten, einige kicken gemeinsam in der S40.

Nur einer unter 40
Aber warum eigentlich dann Tennis als Herren-30-Team? „Daran ist Benni Eckhoff Schuld, weil der noch nicht 40 ist“, hat Maik Müller die Antwort und auch gleich noch eine Anekdote parat. „1990 hab ich als Jugendlicher mal ein Punktspiel gemacht. Das war am Tag des Wimbledon-Finales zwischen Boris Becker und Stefan Edberg. Becker hat verloren und ich in Rotenburg mit 0:6, 0:6. Danach hatte ich keine Lust mehr“, berichtet er schmunzelnd von seiner kurzen Tenniskarriere.

Jahrzehnte später und nach nicht zu zählenden Fußballpunktspielen gibt es nun den zweiten Anlauf auf roter Asche. Und der läuft gleich wesentlich erfolgreicher. Gnarrenburgs Tennis spielende Fußballer gewinnen ihre Premiere gegen den TSV Lesum-Burgdamm mit 4:2. Maik Müller siegt nach Match-Tiebreak im Doppel, das er eigentlich nicht so wirklich mag, an der Seite von Andre Lütjen, der zudem sein Einzel klar für sich entscheiden kann.

Ein Marathonmatch liefert sich Manuel Cordes, während die Teamkollegen auf der Terrasse vor dem Vereinsheim übers Radio ebenso gespannt das Bundesliga-Abstiegsdrama von Werder in Mainz verfolgen. Cordes, der einzige in der Mannschaft, der im Vorjahr schon Punktspiele bestritten hat und deshalb in Leistungsklasse 22 eingruppiert ist, verliert gegen die Nummer 1 der Gäste knapp im Match-Tiebreak; ebenso wie Jens Brodtmann, der sich nach verlorenem ersten Satz den zweiten mit 6:3 holt und den Match-Tiebreak verliert. Ein deutlicher Zweisatzsieg gelingt hingegen Meik Homburg. Am Ende sorgen „Youngster“ Benjamin Eckhoff und Jens Brodtmann im zweiten Doppel für den Siegpunkt, die Tabellenführung und einen gelungenen Samstagnachmittag.

Nur der Spaß zählt
Und wie steht’s jetzt um die Saisonziele der Tennis-Newcomer. „Ich will einfach nur Spiele gewinnen, vor allem dienstags beim Training gegen die Teamkollegen“, sagt Maik Müller mit einem breiten Grinsen und bringt damit auf den Punkt, dass der Spaß eindeutig im Vordergrund steht, denn aufsteigen aus der 2. Regionsklasse, der niedrigsten Staffel des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen, können die Gnarrenburger in der Corona-Übergangssaison ohnehin nicht.

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