Mittwoch, 27. Oktober 2021

Volleyballer ziehen Schlussstrich

Landkreis. Gerade erst begonnen ist auch schon wieder vorbei: Die noch junge Saison im Volleyball wird vorzeitig beendet. Es gibt keine Auf- und Absteiger. Diese Entscheidung hat der das Präsidium des Nordwestdeutsche Volleyballverbandes (NWVV) getroffen. Betroffen davon sind unter anderem die SG Karlshöfen/Gnarrenburg, der TSV Oerel-Barchel oder der TuS Zeven, die mit ihren Teams auf Landesebene vertreten sind. Wir haben bei den Vereinen nach der Stimmungslage gefragt.

Während beispielsweise die Fußballer und aktuell auch noch die Handballer auf eine Fortsetzung der Spielzeit zeitnah im Frühjahr hoffen, haben die Volleyballer schon vor dem Jahreswechsel die Time-out-Karte und einen Schlussstrich gezogen. Das Präsidium beschloss nach einer Besprechung mit Regionsvorsitzenden und Fachbereichen, „den Spielbetrieb auf Landesebene auszusetzen“. Die Fortsetzung eines geordneten Spielbetriebs sei perspektivisch nicht durchführbar. Von den Kreisklassen bis zur Oberliga wird es entsprechend keine Wertung der Saison 2020/21 geben. Das gilt für den Jugendspielbetrieb. Eine Entscheidung für die Regionalligen und die 3. Ligen soll Ende Januar getroffen werden.

Hoffen auf Trainingsbetrieb

Beim TSV Oerel-Barchel trifft das Präsidiumsvotum auf Zustimmung. „Ich sehe das als vernünftig an. Es ist die richtige Entscheidung“, sagt Henning Meyer, Trainer des Landesliga-Männerteams. Keiner wisse aktuell, wie sich das Pandemie-Geschehen entwickeln und welche Möglichkeiten der Sport in den nächsten Wochen bekommen werde. Seine Spieler waren seit Anfang November nicht mehr in der für den Vereinssport gesperrten Oereler Ballsporthalle und somit nicht im Training. Selbst wenn der Lockdown am 10. Januar tatsächlich enden würde und die Zahlen niedrig seien, könne man nicht von jetzt auf gleich am 16. Januar den für dieses Datum angesetzten nächsten Spieltag bestreiten. „Die Verletzungsgefahr wäre viel zu groß“, sagt der 52-Jährige, der darauf setzt, dass im Frühjahr zumindest der Trainingsbetrieb noch mal wieder anlaufen kann, „auch wenn wir dann natürlich nur zum Spaß und ohne sportliches Ziel trainieren würden“, so der Coach, der hofft, dass seine Volleyballer im Alter von 20 bis Mitte 50 trotz des langen Sport-Lockdowns bei der Stange bleiben werden.

„Die richtige Entscheidung“

Als klassenhöchster Verein aus dem BZ-Gebiet wurde die SG Karlshöfen/Gnarrenburg in den vergangenen Wochen gleich zweimal vom Virus gestoppt. Vor dem Lockdown im November hatte es bekanntlich in Gnarrenburg einen Corona-Cluster und ein lokales Sportverbot gegeben. Wie Henning Meyer hält auch Alexander Maaser, Trainer des Frauen-Oberligateams den Saisonabbruch im Volleyball für „die richtige Entscheidung“. Damit herrsche jetzt Planungssicherheit. „Man hofft natürlich bis zum Schluss, dass noch was geht, und natürlich ist es schade und auch ein bisschen frustrierend für die Spielerinnen, aber die Lage gibt einen Spielbetrieb nicht her“, sagt der Coach, der sich mit seinen Spielerinnen regelmäßig zum Online-Training trifft, „um uns ein bisschen fit zu halten“, so Maaser.

Er macht sich unterdessen angesichts des langen Sportverbots ein wenig Sorgen um den Nachwuchsbereich. „Die Gefahr ist schon groß, dass Spieler wegbrechen. „Wenn Kinder und Jugendliche nicht regelmäßig am Ball sind, entwickeln sich Interessen anders“, glaubt Maaser, der wie alle auf ein besseres Sportjahr 2021 und auf sinkende Zahlen hofft, damit vielleicht im Frühjahr als kleiner Ersatz für die angesagte Saison eventuell Freundschaftsspiele oder kleine Turniere veranstaltet werden können. „Kreative Ideen können mit den jeweiligen Spielwarten oder Vorsitzenden der Regionen geteilt werden“, heißt es dazu vom Nordwestdeutschen Volleyballverband.

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