Mittwoch, 12. Mai 2021

Kunstexponate hinterm Fenster

Das grauenhafte Schicksal vieler Männer aus dem niederländischen Dorf Putten nimmt die Gedenkstätte Lager Sandbostel zum Anlass für eine Sonderausstellung mit Bleistiftzeichnungen und Aquarellen.

Die Ausstellung mit dem Titel „Mannen uit Putten in Sandbostel, 1945“ ist bis zum 8. Mai am „Haus Altenberg“ zu sehen. Und zwar coronakonform und illuminiert hinter Fensterglas, jederzeit für jedermann zugänglich.

Was war damals passiert, nach einem Anschlag der niederländischen Widerstandsbewegung am 1. Oktober 1944, bei dem drei deutsche Soldaten verletzt wurden und einer ums Leben kam? Die Wehrmacht reagierte mit einer Razzia in dem nahegelegenen Dorf Putten. Sie nahm zunächst die gesamte männliche Bevölkerung fest: 660 Männer und Jugendliche ab 17 Jahren. Davon deportierte sie 588 in das Konzentrationslager nach Neuengamme. Als die Wehrmacht das KZ Neuengamme 1945 räumte, gelangten 46 von den Männern aus Putten auf einem „Todesmarsch“ in das Stalag X B nach Sandbostel. 34 von ihnen starben, nur zwölf kehrten nach der Befreiung zurück nach Putten.

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