Dienstag, 26. Oktober 2021

Künstler verlegt erste „Stolpersteine“

Am 2. Oktober werden in Iselersheim „Stolpersteine“ zur Erinnerung an das Schicksal von Annemarie Gerken und Stefan Szablewski gesetzt. Die junge Deutsche und der Pole wurden Opfer des NS-Regimes.

Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 2020 erinnerte sich Hermann Röttjer vom Heimatverein Iselersheim an das Schicksal von Annemarie Gerken aus Iselersheim. Die junge Frau arbeitete auf einem Bauernhof in Badenhorst bei Elsdorf. Dort war auch der polnische Kriegsgefangene Stefan Szablewski aus dem Lager Sandbostel XB als Arbeiter eingesetzt. Die Zuneigung der beiden zueinander führte dazu, dass Annemarie ein Kind erwartete.

Nach den Rassegesetzen der Nationalsozialisten war der intime Verkehr zwischen Deutschen und Polen verboten und stand unter Androhung der Todesstrafe. Das Verhältnis der beiden blieb der Umgebung nicht verborgen. Im Februar 1941 wurde Stefan Szablewski deshalb von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) festgenommen und ins Gerichtsgefängnis nach Bremerhaven-Lehe gebracht. Am 29. Juli 1941 wurde er auf dem Hof in Badenhorst öffentlich hingerichtet.

Annemarie Gerken starb 1943 im KZ Auschwitz. Der gemeinsame Sohn wuchs zunächst bei den Großeltern auf, nach deren Tod kam er als Neunjähriger zu Verwandten in die USA.

An der „Stolperstein“-Niederlegung nimmt ein Enkel der NS-Opfer aus den USA teil.

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