Sonntag, 03. Juli 2022

Corona-Abpfiff für Handball und Fußball

Landkreis. Einige Vereine haben gar nicht erst bis zur Entscheidung von Kreis oder Bezirk gewartet. Der TSV Karlshöfen oder etwa Bezirksligist TV Sottrum haben ihre Vereinshäuser und Kabinen bereits abgeschlossen und sich in die Winterpause verabschiedet. Gestern Abend kam dann aber auch vom Fußballkreisverband das offizielle Signal, dass das Fußballjahr 2021 auf Kreisebene wegen der Covid-19-Pandemie vorzeitig beendet wird. Beim Fußball gilt nun die neue Coronaverordnung (2G im Spielbetrieb, 2G-Plus im Kabinentrakt). Auch die Handballer müssen jetzt ihre Schuhe im Schrank lassen. Der Niedersächsische Handballverband (HVN) hat ebenfalls eine Corona-Pause beschlossen – mit Ausnahme der C- und B-Jugend-Oberligen.

Es ist wieder Winter, es ist wieder Viren-Zeiten und es geht schon wieder in den sportlichen Lockdown. Können die Amateurfußballer, die bis zur offiziellen Pause ohnehin nur noch wenige Partien zu bestreiten haben, die Zwangs-Unterbrechung ohne große Probleme verkraften, so treffen die hohen Inzidenzen und beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie jetzt vor allem erneut die Hallensportler. Eine gewisse Enttäuschung, dass es vorerst nicht weiter geht, ist trotz großem Verständnis bei den Handballern spürbar. Bis mindestens 31. Dezember finden keine Spiele mehr statt. Nach den Regionen (wir berichteten) hat gestern auch der übergeordnete Handball-Verband Niedersachsen entschieden, die Saison mit sofortiger Wirkung zu unterbrechen. „Das Votum unserer Vereine war eindeutig, so dass wir im Präsidium eine leichte Entscheidung zu treffen hatten“, sagt HVN-Präsident Stefan Hüdepohl. Der Verband hatte unter den Klubs eine Onlineumfrage gestartet.

Die Spielpause auf Verbandsebene wird fürs Erste, anders als in den meisten HVN-Regionen, nur bis Endes des Jahres gehen. „Wir hoffen, dass sich die Lage schnell entspannt, so dass wir möglichst bald wieder unserem Sport nachgehen und den Regelspielbetrieb ab Anfang Januar wieder aufnehmen können“, erklärt Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof und ergänzt: „Wir werden die pandemische Lage aber stetig beobachten und entsprechend informieren und beraten.“

Die Corona-Pause trifft unter anderem auch die Männer-Verbandsligamannschaft des TSV Bremervörde. Gerne hätten die Jungs um Felix Weber ihren bisher so erfolgreichen Lauf fortgesetzt und ihr Punktekonto weiter ausgebaut. Bei der vom HVN gestarteten Umfrage hatte sich der Verein für eine Fortsetzung auch unter den logistisch schwierigen 2G-Plus-Regelungen ausgesprochen und auch in Kauf genommen, notfalls ohne Zuschauer oder vor nur wenigen Fans zu spielen. Die Spieler hatten bereits für die bis Jahresende noch ausstehenden Partien Corona-Testtermine gebucht. Die können sie jetzt nutzen, um mit zusätzlicher Sicherheit Oma und Opa an Weihnachten zu besuchen oder zum Friseur zu gehen. Trainer Adnan Salkic: „Wir hätten zwar auch unter den deutlich komplizierteren Bedingungen weitergespielt und wären bereit, den Testaufwand zu betreiben. Aufgrund der allgemeinen Corona-Lage haben wir aber natürlich Verständnis. Wir genießen jetzt über Weihnachten den 2. Platz und halten uns im Training fit. Alles Weitere liegt nicht in unserer Hand.“

Sandra Pragmann, Handball-Abteilungsleiterin beim TSV Bremervörde, hält die Entscheidung des Verbandes angesichts der pandemischen Situation für richtig und angemessen. „Und auch organisatorisch bedeutet 2G-Plus einen riesigen Kraftakt für alle Freiwilligen in den Vereinen.“

Nur C-Jugend spielt weiter

Im Jugendspielbetrieb wird es ebenfalls eine Unterbrechung bis zum Jahresende geben. Nur in den Oberligen der weiblichen und männlichen B- sowie C-Jugend wird vorerst weitergespielt. „Hier werden wir das eindeutige Votum der Vereine ebenfalls umsetzen“, sagt Jugendspielwart Olaf Bunge. „Aufgrund der Sichtungen, der Meldung zur Deutschen Meisterschaft sowie Auswahlmaßnahmen ist die Entscheidung in den Oberligen der B- und C-Jugend begründbar und sportlich nachvollziehbar“, ergänzt Bunge. Somit ist die weibliche C-Jugend das einzige Team des TSV Bremervörde, das weiterspielen wird. Die jungen Handballerinnen des Trainerteams Sylvana Zasendorf-Motzkus und Ivonne Wegner treten am Sonntag beim Bundesliganachwuchs des Buxtehuder SV an und treffen am 12. Dezember auf die JSG Fredenbeck/Stade.

Fußball im Kreis pausiert

Anders als auf Verbandsebene (wir berichteten) und im Bezirk Lüneburg rollt in Verantwortung des NFV-Kreises Rotenburg in diesem Jahr kein Ball mehr. Das ist seit gestern Abend beschlossene Sache. Der Spielausschuss der Fußballer hat sich darauf verständigt, vor dem kommenden Wochenende in die Winterpause zu gehen. Auf der Onlinesitzung mit dem Vorsitzenden Frank Michaelis und den Staffelleitern sei man sich einig gewesen, die letzten beiden Spieltage in diesem Jahr nicht mehr durchzuziehen. Somit findet am Sonntag unter anderem das Kreisliga-Stadtduell zwischen dem Bremervörder SC und dem MTV Hesedorf nicht statt, sondern erst im Frühjahr 2022.

„Wir setzen alle Spiele bis Jahresende ab“, sagte Michaelis. Die Verantwortung und der Aufwand für die Vereine ist aus Sicht des Spielausschusses „zu groß“. „Und wir müssen auch an die Schiedsrichter denken, die sich ebenfalls um Testmöglichkeiten bemühen müssen. Und sich bei Temperaturen um Null Grad draußen umzuziehen, ist keinem zuzumuten“., meinte der Ausschussvorsitzende. Man halte es zudem für angebracht, auch im Fußball zur Kontaktreduzierung beizutragen, so Michaelis. Die wenigen Spiele, die in 2021 noch angesetzt waren, könne man kommendes Jahr rechtzeitig nachholen. Das gebe der Rahmenspielplan her.

Related Articles

Letzte Artikel