Sonntag, 23. Januar 2022

„Schon ein Schlag ins Gesicht“

Anderlingen. Paukenschlag in der Fußball-Kreisliga: Nach nur einer Saison beenden der SV Anderlingen und Trainer Tomas Meyer im Sommer die Zusammenarbeit. Dabei sorgte der 57-jährige Scheeßeler bis zur Winterpause für eine gute Weiterentwicklung des Teams, integrierte einige Nachwuchsspieler und ließ einen erfolgreichen Offensiv-Fußball spielen.

Der Aufstieg in die Bezirksliga ist in Reichweite. Trotz der Erfolgsgeschichte offenbarte die Führung des SV Anderlingen dem Übungsleiter, dass man nicht beabsichtige, den Vertrag mit ihm zu verlängern. Die Gründe seien nicht allein sportlicher Natur. Das Miteinander zwischen der Ersten und der Reserve sei der ausschlaggebende Faktor.

„Tomas hat bisher sehr gute Arbeit geleistet, ist fachlich kompetent. Das sportliche Konzept, das er uns vorgelegt hat, war schlüssig, doch wir wollten es nicht mitgehen. Was uns Sorgen bereitet, ist das Zusammenspiel mit der Zweiten, da passt es einfach nicht. Das Problem hatten wir bereits in der Vergangenheit. Wir setzen auf ein gutes Miteinander, denn das ist für unseren kleinen Dorfverein wichtig“, so Obmann Volker Steffens, der gemeinsam mit dem Vorsitzenden Lothar Brandt zum Jahresende das Gespräch mit Tomas Meyer suchte und ihm eine sicher nicht leichte Entscheidung mitteilte.

„Das war für mich schon ein Schlag ins Gesicht. Der Verein hat die Entscheidung getroffen, auf eine weitere Zusammenarbeit zu verzichten. Wenn man meine Ideen und sportlichen Vorstellungen nicht mitgehen und umsetzen will, akzeptiere ich das“, so Meyer, der gerne länger mit einer talentierten und entwicklungsstarken Mannschaft gearbeitet hätte. „Ich hätte mir drei Jahre vorstellen können. Doch aufgeben werde ich nach der bitteren Nachricht nicht. Ich will den Aufstieg in die Bezirksliga mit dem Team packen“, so der 57-Jährige.

Dass er die Brocken jetzt nicht hinwirft, ist auch den guten Gesprächen mit Kapitän Andre Steffen und der ganzen Mannschaft geschuldet. „Die Truppe ist sehr motiviert. Sie schaut nach vorne und will alles dafür geben, um den Aufstieg zu packen“, lobt Tomas Meyer. „Dass der Verein so reagiert, verstehe ich ein Stück weit schon. Was hier in der Vergangenheit zwischen der ersten und zweiten Mannschaft ablief, tat unserer Gemeinschaft nicht gut. Wir geben uns aber weiterhin kämpferisch und wollen gemeinsam die Chance nutzen, um am Ende der Saison aufzusteigen“, meint Andre Steffens.

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