Mittwoch, 25. Mai 2022

Steffens der Matchwinner für Anderlingen

Alfstedt. Der SV Anderlingen geht von der ersten Startreihe aus ins Rennen um den Bezirksliga-Aufstieg. Der Fußball-Kreisligist konnte das Topspiel beim Tabellenvierten FC Alfstedt/Ebersdorf mit 1:0 gewinnen und die Tabellenführung behaupten – zumindest bis Mittwoch. Dann kann die FSV Hesedorf/Nartum (3:0 gegen Groß Meckelsen) noch am SVA vorbeiziehen. Der Tabellenzweiten bestreitet dann die letzte Partie der Vorrunde.

Nach dem gestrigen Sieg in Alfstedt dürfte alles auf einen Zweikampf um Meisterschaft und Aufstieg hinauslaufen. Der SV Anderlingen konnte sein Punktekonto auf 36 Zähler ausbauen, elf Siege, drei Unentschieden, eine Niederlage – so die Bilanz von Trainer Tomas Meyer, dessen Vertrag bekanntlich nicht über den Sommer hinaus verlängert wird. Meyer kann zufrieden sein, gestern war es allerdings nicht. Stattdessen freute er sich über den Abpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Bernd Christoffers und den knappen 1:0-Sieg seiner Mannschaft. „Das hatte ja mit Fußball nicht viel zu tun“, so sein Kommentar wenige Minuten nach Spielende. In der Tat: Dem Anspruch eines Topspiels wurde das Match, das von vielen Zweikämpfen und Fouls geprägt war, wahrlich nicht gerecht. „Wir wissen, dass wir heute fußballerisch nicht viel gezeigt haben. Wir wissen aber auch, dass wir es viel besser können“, meinte Meyer.

Aus Sicht von Alfstedts Torhüter Patrick Monsees hatte die Leistung der Gäste in der zweiten Halbzeit sehr viel auch damit zu tun, „dass wir sie nicht haben spielen lassen und alles in die Waagschale geworfen haben“. FC-Trainer Luca Apicella hätte sich vermutlich ähnlich geäußert, konnte die Partie allerdings nicht verfolgen, da er seit Sonntag corona-positiv und in Quarantäne ist.

Ins Krankenhaus musste gestern Alfstedts Tetje Neumann. Er verletzte sich nach 38 Minuten bei einem Zweikampf schwer und wurde mit Verdacht auf Armbruch in die Ostemed-Klinik gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war auch sein Sturmpartner Niko Müller schon nicht mehr dabei. Er zog sich bei einem Pressschlag eine Fußverletzung zu. Verdacht auf Bänderriss.

Die personell ohnehin schon dünn besetzten Gastgeber mussten also früh wechseln und einem 0:1-Rückstand hinterherlaufen. Der war zur Pause durchaus verdient, denn der Tabellenführer hatte sich für gute und druckvolle erste 20 Minuten belohnt. Bereits in der 7. Minute verwertete Andre Steffens einen Diagonalball von Nils Burfeind akrobatisch und sehenswert zum Anderlinger Führungstreffer, dem Steffens in der 30. Minute einen Schuss an den Innenpfosten folgen ließ. Die Qualität des Kapitäns sollte am Ende auch den kleinen Unterschied ausgemacht haben, denn in der zweiten Halbzeit bekam der Spitzenreiter kaum noch etwas zustande. „Da haben wir keinen Zugriff mehr bekommen“, meinte Coach Meyer.

Der FC Alfstedt/Ebersdorf, der im ersten Durchgang durch einen Schuss von Lars Rademacher, den der neue SV-Keeper Leon Braasch klasse parierte, zu seiner besten Möglichkeit gekommen war, hatte seine Defensivtaktik da längst aufgegeben und forderte jetzt die SV-Abwehr. Zu mehr als einer Kopfball-Großchance durch Marcel Müller und einem Freistoß von Colin Senger reichte es aber nicht.

„Ich denke, der Glücklichere hat heute gewonnen. Wir haben alles versucht“, meinte FC-Keeper Monsees, der in der Schlussphase bei Eckstößen selbst mit in die Offensive ging. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste nur noch zu zehnt, denn er in der 63. Minute eingewechselte Peer Meyn hatte sich nach zwei überflüssigen Aktionen die Gelb-Rote Karte eingefangen. (mib)

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