Samstag, 28. Mai 2022

Mit einem Bein in der Bezirksliga

Anderlingen. „Wir haben zunächst ohne Kopf gespielt“, grantelte SV-Trainer Tomas Meyer, der nur wenige spielerische Aktionen seiner Kicker sah. Der Kreisliga-Spitzenreiter hatte vor dem Anpfiff gegen den FC Alfstedt/Ebersdorf ebenso große personelle Probleme wie die Gäste, bei denen zehn Spieler ausfielen. Mit viel Dusel schaffte der Titelanwärter einen 3:1-Sieg.

Das sah von Beginn an wenig meisterlich aus, was die ambitionierten Grün-Weißen ablieferten. Im Spielaufbau zeigte sich das Mittelfeld um Phil Steffens planlos und fahrig, leistete sich immer wieder unnötige Ballverluste. Und die fast komplett neu formierte Abwehr, machte schülerhafte Fehler. „Der Gegner ist natürlich immer gefährlich, doch wir haben gut dagegen gehalten“, bemerkte FC-Trainer Luca Apicella, der sich in seiner Wahrnehmung bestätigt sah und in Rückstand geriet. Einen Eckball von Linus Brunckhorst legte Phil Steffens auf Lucas Heins ab, der Keeper Tobias Brandt beim 1:0 (11.) keine Abwehrchance ließ. „Wir bekommen einfach keinen Zugriff auf den Gegner und leisten uns zu viele Fehler in der Defensive“, so SV-Wechselspieler Thore Sandmann, der in der 20. Minute den Ausgleich durch Marcel Müller sah. Der Torschütze kam am ersten Pfosten an die Kugel und schloss souverän ab.

Danach erhöhten die Gäste den Druck und erspielten sich gleich drei Hochkaräter (30./32./41.). Doch Tim Hildebrandt scheiterte freistehend am stark reagierenden Torhüter Arne Treu, ein Schuss von Niclas Schröder klatschte an die Latte und Lars Rademacher setzte die Kugel aus 18 Metern knapp neben das Tor.

Die Quittung lieferte Brian Müller, der zunächst im starken Brandt seinen Meister fand, doch nach einer schönen Kombination über Rayk Hess und Lucas Heins den Ball volley zum 2:1 in die Maschen drosch (45.). „Wir sparen uns weitere gute Chancen für die zweite Halbzeit auf“, so Abwehrchef Andreas Grotheer mit einem Augenzwinkern auf den Weg in die Pause.

Dafür fehlte einfach die Qualität. Denn für eine Entlastung konnte das Mittelfeld um Rademacher nicht sorgen. Die Gastgeber kamen in Hälfte zwei besser ins Spiel und boten ein wenig Fußball. Und mit der Einwechselung von Andre Steffens fanden endlich Offensivaktionen statt. Das 3:1 war schulbuchmäßig herausgespielt. Dabei bediente Nils Tiedemann mit einem Pass in die Tiefe Angreifer Müller, der knallhart abschloss (55.).

„Dem 1:3 ging ein klares Handspiel voraus. Das haben fast alle gesehen, nur der Schiedsrichter nicht“, kritisierte Luca Apicella. Die Reaktion des Gäste-Coaches war verständlich, waren doch einige Entscheidungen von Tim Leon Evers schwer nachvollziehbar. Doch es betraf beide Seiten. (mk)

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