Dienstag, 05. Juli 2022

„Maschine“ bringt die Halle zum Beben

Bremervörde. Was für Emotionen, was für Wechselbäder der Gefühle und was für ein Finale. Die Handballer des TSV Bremervörde haben gestern Abend das Gipfeltreffen der Verbandsliga gegen den TV Oyten in buchstäblich letzter Sekunde gewonnen. 27:26 hieß es nach 60 nervenaufreibenden Minuten für die Grün-Roten, die mit dem Sieg vor der Rekordkulisse von 400 Zuschauern die Tabellenführung übernommen haben. „Ich bin einfach nur stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein“, sagte ein völlig überwältigter Trainer Adnan Salkic.

„Mehr geht nicht für Verbandsliga. Unglaublich. Das war wie früher“, brachte es der ehemalige TSV-Spieler und Trainer Stefan Pragmann auf den Punkt. Die beiden Topteams der Liga boten den Zuschauern einen wahren Handball-Krimi: Hart und verbissen geführte Zweikämpfe, starke Torhüterleistungen, insbesondere von Steffen Krange, und vor allem ständig wechselnde Führungen. Kein Team konnte sich auch nur eine Sekunde sicher sein, das Match zu gewinnen. Das war Spannung pur von der ersten bis zur letzten Sekunde mit einem am Ende überglücklichen Sieger TSV Bremervörde. Und: Beide Mannschaften zeigten, dass sie zurecht ganz oben stehen.

„Ich bin total überwältigt, ich könnte jeden Spieler, jeden Zuschauer umarmen. Die Jungs haben es einfach überragend gemacht und sich mit diesem Sieg und diesen Emotionen belohnt. Das war Werbung für den Handball in Bremervörde. Für uns fühlt es sich an wie eine Meisterschaft. Ein ganz großes Lob muss man aber beiden Mannschaften machen. Das Spiel hätte auch anders ausgehen können“, meinte Bremervördes Trainer Adnan Salkic.

Endete es aber nicht, weil Lars „Maschine“ von Kamp Nerven wie Drahtseile hatte und den alles entscheidenden Wurf des Abends verwandelte. Vier Sekunden vor dem Abpfiff gab es Strafwurf nach Foul von Oytens Noah Dreyer (Rote Karte) an Felix Weber . Die Emotionen auf beiden Seiten kochten in dieser Situation hoch. Es gab den einen oder anderen Wortwechsel – auch mit den Schiedsrichtern Friemert und Grosch. Es blieb aber alles im Rahmen des Erlaubten – passend zum Spiel, das hart, aber nicht unfair war. Es dauerte gefühlte Minuten, ehe schließlich der TSV-Linksaußen an den Siebenmeterpunkt treten konnte, keine Sekunde zögerte, den Ball platziert an Oytens 2,06-Meter-Keeper Julius Timm in die Maschen setzte und die Halle zum Beben brachte.

Zu diesem Zeitpunkt saß ohnehin kein Zuschauer mehr auf seinem Platz. Die Fans klatschten, feierten den Topspielsieger und neuen Tabellenführer TSV Bremervörde, der die Liga mit jetzt 39:11 vor Oyten (38:10) anführt, die Meisterschaftsfrage noch einmal so richtig spannend gemacht hat und am Sonntag in Horneburg spielt. „Wir denken jetzt nur an heute und feiern. Mit dem Spiel übermorgen in Horneburg beschäftigen wir uns ab morgen“, so Adnan Salkic.

TSV Bremervörde – TV Oyten 27:26 (13:12). Spielfilm: 4:0, 5:3, 5:6, 6:9, 11:9, 13:12 – 14:14, 16:14, 19:15, 19:21, 24:22, 26:24, 26:26, 27:26

TSV: Steffen Krange; Felix Weber (1), Jan-Ole Thode (2), Roman von Kamp (8), Lars von Kamp (9/3), Hannes Meinke (3), David Meinke (2), Marvin Mühlmann (2), Finn Thode.

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