Dienstag, 05. Juli 2022

Wenn das Geld für Strom nicht reicht

Bremervörde/Zeven. Die stark gestiegenen Lebensmittelpreise und die galoppierenden Energiekosten stürzen Menschen in Not, die nichts zuzusetzen haben. „Die Leute werden immer ärmer“, stellt Sabine Schwiebert, Geschäftsführerin des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO), fest. Sie und ihre rund 40 Kolleginnen und Kollegen verzeichnen in diesen Wochen eine Flut von Anfragen und Hilfeersuchen. Die Zahl derer, die nicht weiterwissen, nimmt unablässig zu. Schwiebert spricht von Parallelgesellschaften, verdeckter Obdachlosigkeit, Verelendung. Die von der Bundesregierung beschlossene Entlastung werde die Katastrophe nicht abwenden.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) leistet seit mehr als 100 Jahren Sozialarbeit in Deutschland. In diesen Zeiten ist die AWO gefragt wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Die Zahl der Hilfsbedürftigen steigt und steigt. Es ist der nahtlose Übergang von Corona in die aktuelle Phase der Preisexplosion, der die Schwächeren aus der Bahn wirft. Das Leben wird ihnen zum Kampf ums Überleben.

„Da baut sich eine Welle auf“, prophezeit Schwiebert. Die Armut im Land nehme beständig zu und erreiche die untere Mittelschicht. Wer bislang mehr schlecht als recht über die Runden gekommen ist, der gerate nunmehr in Not.

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