Sonntag, 14. April 2024

Wenn der Schiedsrichter im Blickpunkt steht

Dieses Spiel sorgte noch lange nach dem Schlusspfiff für Diskussionsstoff. Mit 4:2 gewann die SG Unterstedt das Topspiel der Fußball-Kreisliga gegen den Bremervörder SC und baute den Vorsprung auf sechs Punkte aus. In den Blickpunkt rückte dabei das Schiedsrichtergespann um Volker Becker mit mehreren strittigen Entscheidungen auf beiden Seiten.

„Kein Kommentar. Ich sag lieber nichts“, so die erste Reaktion von Unterstedts Fabian Knappik nach dem Abpfiff auf die Frage der Pressevertreter nach der Schiedsrichterleistung. Sein Trainerkollege Patrick Werna formulierte die Antwort etwas offensiver, ohne Kritik offen auszusprechen: „Schade, dass das so ein Thema ist. Das sagt nach so einem Spiel viel aus“. Fakt war jedenfalls, dass Volker Becker (TSV Basdahl-Volkmarst) und seine Kollegen an der Linie maßgeblich Einfluss auf den Ausgang des Topspiels nahmen; unter anderem mit drei Strafstoßentscheidungen, die – hüben wie drüben – am Spielfeldrand keiner nachvollziehen vermochte.

Schon vor dem Anpfiff hatte die Ansetzung der Unparteiischen aus dem Nordkreis beim Topspiel für Verwunderung gesorgt. Die SG Unterstedt hatte nach eigenen Angaben beim NFV-Kreis sogar um eine Umbesetzung gebeten. Und auch beim BSC war man nicht unbedingt glücklich mit dieser Ansetzung in einem vor allem für den Verfolger so wichtigen Spiel kurz vor der Winterpause an einem Samstag ohne weitere Spiele auf Kreisebene.

„Zwei spielentscheidende Situationen“

Entsetzen dann bei den Gästen, als in der 34. Minute nach einem Eckstoß für Unterstedt plötzlich ein Pfiff ertönte und Schiri Becker auf den Punkt zeigte. Auch die Unterstedter waren perplex, sagten aber „Danke“ und trafen durch Nisar Atris vom Punkt zum 3:0 in einem Spiel, das bis dahin auf Augenhöhe verlaufen und schon das 2:0 für den Tabellenführer durch Friesen in der 30. Minute aus Abseitsposition gefallen war. „Zwei spielentscheidende Situationen“, meinte BSC-Trainer Tobias Wilkens, der sich ansonsten ebenfalls selbst einen „Maulkorb“ verpasste.

Das Spitzenspiel, in dem der Tabellenführer durch Bastian Rose in der 20. Minute in Führung gegangen war, schien kurz vor der Pause quasi gelaufen. Doch die Gäste kamen noch vor dem Wechsel zum Anschlusstreffer. Diesmal zeigte der Unparteiische zur Überraschung der Beteiligten nach einem Eckstoß wiederum auf den Punkt – diesmal auf der anderen Seite. „Halten“ bekam ein aufgebrachter SG-Coach Knappik auf Anfrage als Antwort. Beim BSC rieben sie sich ebenfalls verwundert die Augen. Toni Fahrner nahm das „Geschenk“ aber an und verwandelte zum 3:1 (45.+2). Es gab somit noch eine kleine Hoffnung für die Gäste, die auf mehrere Spieler verzichten und kurz vor dem Anpfiff auch noch Routinier Meikel Klee ersetzen mussten.

Der BSC versuchte nach dem Wiederanpfiff alles, um noch die Wende zu schaffen, musste hohes Risiko gehen. Unterstedt kam zu Kontern und hätte eigentlich ab der 62. Minute in Überzahl spielen müssen. Nach Foul von Hannes Dauber an dem allein Richtung Tor laufenden Friesen zückte der Referee nur Gelb. „Klare Notbremse, klare Rote Karte“, ärgerten sich die Gastgeber und freuten sich die Gäste, dass sie vollzählig weiter machen durften.

Nur sieben Minuten später dann die letzte umstrittene Entscheidung – erneut zugunsten der Gäste, wiederum gab es Elfmeter. Diesmal für ein Handspiel. Unterstedts Nisar Atris soll der Ball an den Oberarm gesprungen sein. Die Gastgeber forderten vergeblich, den in dieser Situation besser postierten Linienrichter zu befragen. Fahrner trat erneut vom Punkt an und verkürzte mit seinem 18. Saisontreffer auf 3:2 (69.).

Zu mehr reichte es am Ende nicht für den BSC, der zwar um den durchaus nicht unverdienten Ausgleich kämpfte, aber auch Glück hatte, dass die SG Konter nicht zur vorzeitigen Entscheidung nutzen konnte. Die fiel dann schließlich in der fünften Minute der Nachspielzeit, als BSC-Keeper Hannes Glandorf bei einem letzten Freistoß mit nach vorne gegangen war, der Schuss von Finn Karallus aber von Keeper Philip Krüger pariert wurde und der eingewechselte Wolfgang Pesch den Ball im Gegenzug zum 4:2 ins verwaiste Tor schießen konnte.

„Ich mache meinen Spielern ein großes Kompliment. Sie haben sich nicht unterkriegen lassen und eine insgesamt gute Hinrunde gespielt“, sagte BSC-Coach Tobias Wilkens, wissend, dass die Niederlage wohl eine Vorentscheidung im Titelrennen ist; vor allem für den Fall, dass Unterstedt nächsten Sonntag mit einem Sieg in Nachholspiel gegen Hesedorf sogar auf neun Punkte wegziehen kann.

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