Sonntag, 14. April 2024

Bremervörde feiert den Derbysieg

Riesen Jubel auf der einen Seite, Enttäuschung auf der anderen: Der TSV Bremervörde hat das Landkreis-Duell der Handball-Oberliga gegen den TuS Rotenburg mit 37:34 gewonnen. Rund 250 Zuschauer sahen ein kampfbetontes, emotionsgeladenes und bis zum Schluss spannendes Derby. Mann des Spiels war TSV-Keeper Dennis Klingebiel.

„Derbysiege sind einfach die geilsten Siege“, meinte Jan-Ole Thode wenige Minuten nach dem Abpfiff. Bremervördes Kreisläufer musste nach der dritten Zeitstrafe die Schlussphase der Partie von der Tribüne aus verfolgen. Dass er dort nicht schon früher Platz nehmen musste, hatte Thode den Schiedsrichtern Thoralf Becker und Elke Schumacher zu verdanken, die es in der Anfangsphase bei einer Zeitstrafe beließen, als sich der TSVer nach einem durchaus derben Foul an seinem Mitspieler David Meinke „Übeltäter“ Paul Schröder zur Brust nahm. Da hätte es wohl durchaus auch Rot geben können. Diese Szene nach wenigen Minuten machte gleich deutlich, dass es an diesem Abend nicht nur um zwei Punkte ging, sondern auch um Prestige und Rivalität. „Beste Freunde“ sind die Bremervörder und Rotenburger nicht, und sie werden es vermutlich auch nicht werden.

Einsatzfreude und viel Tempo prägten im weiteren Verlauf das Duell der beiden Oberligavertreter aus dem Kreisgebiet. Die Teams schenkten sich nichts „Keiner hat sich versteckt. Beide haben auf Sieg gespielt. Es war hart, aber nicht unfair. Ich freue mich für die Jungs, dass sie sich heute belohnt haben“, sagte Bremervördes Adnan Salkic. Sein Trainerkollege Daniel Van Frayenhove war da etwas anderer Meinung. „Die Schiris hätten zum Schutz der Spieler auf beiden Seiten mehr durchgreifen müssen“, meinte der Gästecoach. Den Sieg des TSV bezeichnete er als „nicht unverdient“. Nicht zufrieden war der TuS-Trainer mit seiner Defensive. „Wenn du auswärts 34 Tore wirfst, musst du das Spiel gewinnen“.

Dass die Bremervörder 37 Tore erzielen konnten, daran hatten am Sonnabend auch zwei Youngster großen Anteil: Marvin Mühlmann und David Meinke. Die 19-jährigen Zwei-Meter-Männer erzielten zusammen neun Tore. „Sie haben heute gezündet“, freute sich Adnan Salkic. Drei besonders wichtige Treffer gelangen Meinke in der Schlussphase mit dem 33:31, 34:32 und 36:33. „Es hat heute unfassbar viel Spaß gemacht“, sagte der Rückraumspieler, auf dessen Qualitäten der TSV Bremervörde auch für den weiteren Verlauf der Saison hofft.

Dass dem Oberliga-Aufsteiger der erste Heimsieg und zweite Saisonsieg gelang, war vor allem aber ein Verdienst von Dennis Klingebiel. Der Torwart-Neuzugang, der zu Saisonbeginn zunächst kaum Spielanteile bekommen hatte, zuletzt aber durch starke Leistungen überzeugte, wurde gegen Rotenburg zum großen Rückhalt seiner Mannschaft. „In den ersten zehn Minuten lief es überhaupt nicht, dann aber dann umso besser“, sagte der TSV-Keeper, der bei seinen Paraden – trotz 34 Gegentoren – eine Top-Quote erreichte, zusätzliche Emotionen bei seinen Mitspielern sowie den Fans freisetzte und das Duell gegen die Rotenburger Kombi Matthis Köhlmoos/Yannik Kelm für sich entschied.

Schon nächsten Samstag (18.30 Uhr, Halle Tetjus-Tügel-Straße) möchte das Tabellenschlusslicht durch einen Erfolg im Kellerduell gegen Abstiegsmitkonkurrent HSG Delmenhorst, der letzten Partie des Jahres, die rote Laterne zu Weihnachten unbedingt weiterreichen. Auf die Frage nach dem Klassenerhalt meinte Adnan Salkic. „Der Zug ist noch nicht abgefahren. Auch wenn die Oberliga für uns nach wie vor ein Abenteuer bleibt“. Dessen Fortsetzung im neuen Jahr folgt dann ab dem 14. Januar mit den Begegnungen gegen die Topteams aus Fredenbeck, Habenhausen und Cloppenburg.

Related Articles

Letzte Artikel