Samstag, 13. April 2024

Handball: Bremervörde nicht mehr Schlusslicht

Sie sind endlich los die Rote Laterne. Die Handballer des TSV Bremervörde feierten mit einem 30:24 gegen den HC Bremen den zweiten Saison-Heimsieg. Neues Schlusslicht der Oberliga ist jetzt der Elsflether TB. Der Abstiegskampf hätte am Wochenende aber noch spannender werden können, hätte es nicht die Überraschungssiege der Mitkonkurrenten Beckdorf und Oyten gegeben.

Für den TSV Bremervörde bleibt der Klassenerhalt dennoch weiter ein realistisches Ziel. Mit dem Erfolg gegen den HC Bremen konnte das Team den Sieg zwei Wochen zuvor in Oyten jetzt veredeln. Die rund 250 Zuschauer feierten ihr Team am Samstag klatschend im Stehen für einen kämpferisch starken Auftritt. Und so lobte denn auch Adnan Salkic seine Mannschaft vor allem für die Abwehrleistung. „Wir hatten eine gute Defensive mit einem super Steffen Krange im Tor“, sagte der Coach.

Zwei Aktionen, zwei Tore, zwei Rote Karten

Handball-Feinkost war es sicherlich nicht, was am Ende zählte, waren die Saisonzähler 10 und 11. „Alle hatten richtig Bock und alle haben sich bewegt“, lobte Keeper Krange seine Vorderleute. „Ich bin auch nur so gut wie die Abwehr“, meinte er auf die Frage nach der eigenen Leistung. Bei aller Bescheidenheit: Der TSV-Keeper bot wie schon in Oyten eine Topleistung. Der HC Bremen scheiterte allein vier Mal vom Siebenmeterpunkt. Die Wurfquote war denn auch aus Sicht der Gäste entscheidend für die Niederlage. „27 Fehlversuche – wir haben einfach zu viel verballert“, meinte Trainer Majk Skoric. In kämpferischer Hinsicht machte er seiner jungen Mannschaft keine Vorwürfe. „Die Jungs haben gegen starke Bremervörder super gefightet“, meinet der Coach.

Es dauerte allerdings mehr als 20 Minuten, ehe beide Teams auf Touren kamen. Kurz vor der Pause bei 9:11-Rückstand brachte Coach Adnan Salkic im Rückraum Marvin Mühlmann für David Meinke. Und der Zwei-Meter-Mann wurde gleich bei seiner ersten Aktion heftig gefoult. Die Schiedsrichter Waltjer und Voigt (Großenkneten) zückten Rot gegen Gabriel Schupp. Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann eine weitere Rote Karte. Diesmal erwischte es Matthew Wollin, der Mühlmann im Gesicht getroffen hatte.

„Die Disqualifikationen haben uns natürlich in der Defensive schon ein wenig geschwächt“, meinte HC-Trainer Skoric. Aus TSV-Sicht waren sie so etwas wie der Weckruf in einem bis dahin eher zähen Spiel mit vielen technischen Fehlern. „Da ist der Funke übergesprungen. Auch auf die Zuschauer“, meinte Adnan Salkic, dessen Team aus dem Rückstand eine 12:11-Pausenführung machte. Für Youngster Mühlmann war die Partie zur Halbzeit nach zwei Aktionen, zwei Toren und den zwei Feldverweisen bereits beendet. Mit Kühlpack an der Schläfe und Kopfschmerzen verfolgte er den Rest des Spiels von der Bank aus und sah eine Bremervörder Mannschaft, die direkt nach Wiederbeginn auf 14:11 erhöhte und den Vorsprung bis zum Schluss nicht wieder hergab.

Als Glücksgriff erwies sich dabei unter anderem auch Justin Saul. Dem jungen Rechtsaußen, der am Nachmittag bereits der TSV-Reserve mit seinem Treffer zum 23:23 ein Remis gegen Bexhövede gesichert hatte, gelang mit drei Toren bei drei Versuchen eine 100-Prozent-Quote. Freuen durfte sich auch Noel Duhme, der aufgrund seines Studiums in Hamburg kaum noch trainieren kann, am Samstag aber den ersten Kurzeinsatz nach Monaten bekam und sich mit dem Treffer zum 30:23 belohnte.

Ein dickes Lob von Co-Trainer Thilo von Kamp gab es auch für Linkshänder Jannes Hollstein: „Ganz starke Leistung, vor allem wenn man bedenkt, dass er nach seinem Kreuzbandriss erst so kurz wieder dabei ist“.

Gute Leistungen werden die Bremervörder auch in den nächsten Wochen brauchen. Nach der Partie Samstag in Varel und einer anschließenden zweiwöchigen Osterferien-Pause folgen am 15. und 22. April die vielleicht schon vorentscheidenden Spiele in eigener Halle gegen Beckdorf und in Delmenhorst.

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