Freitag, 24. Mai 2024

Handball: Ligaverbleib in weiter Ferne

Jetzt wird es ganz schwer: Der TSV Bremervörde hat das richtungsweisende Spiel gegen den SV Beckdorf verloren. Der Handball-Oberlist unterlag am Samstag vor 300 Zuschauern mit 33:38. Statt den Abstand auf den Mitkonkurrenten auf zwei Punkte zu verkürzen, sind es für den Tabellenvorletzten jetzt sechs Zähler Rückstand auf Beckdorf und vier auf Oyten – bei noch fünf ausstehenden Partien.

Dieses Bild hätten sich Bremervördes Handballer gerne erspart: Minuten vor dem Abpfiff erhoben sich die Beckdorfer Fans von ihren Plätzen und feierten ihre Mannschaft. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, skandierten die rund 50 mitgereisten Gäste-Zuschauer aus dem Kreis Stade. Sie freuten sich nicht nur über den Derbyerfolg, sondern auch über den sehr wahrscheinlichen Klassenerhalt.

Mit dem Beckdorfer Sieg in Bremervörde dürfte im Abstiegskampf eine Vorentscheiden gefallen sein. „Da muss man wohl leider realistisch sein. Es ist auf jeden Fall ein schwerer Dämpfer“, meinte denn auch TSV-Coach Adnan Sakic nach dem Abpfiff. Salkic schaltete aber auch gleich wieder in den kämpferischen Modus. Auch wenn sein Team in großen Teilen nicht zur Leistung gefunden habe, „werden wir in jedem Spiel bis zum Schluss alles geben“, sagte Salkic.

Der Frust stand am Samstag nicht nur ihm ins Gesicht geschrieben. Auch die Spieler waren tief enttäuscht vom Ausgang des ersten von sechs Endspielen um den Verbleib in der gegenüber der Verbandsliga deutlich attraktiveren 4. Liga. „Ich war mir sehr sicher, dass wir das heute packen“, beschrieb Co-Trainer Thilo von Kamp seine Gefühlslage vor dem Anpfiff. Und zur Pause sah es für die Grün-Roten trotz vieler Schwächen auch noch gut aus. Der TSV lag nach einer ersten Halbzeit mit ständig wechselnden Führungen knapp mit 18:17 vorne – auch dank Dennis Klingebiel.

Der Keeper, den Salkic aus dem Bauch heraus, diesmal von Beginn an spielen ließ, hielt, was zu halten war und gehörte neben Rückraumspieler Marvin Mühlmann (sechs Tore) und Rechtsaußen Justin Saul (7) zu den besten Spielern seiner Mannschaft.

Mehrere Leistungsträger konnten am Samstag allerdings nicht überzeugen. Und das war letztlich entscheidend dafür, dass sich der SV Beckdorf, der nach Roter Karte früh auf Robert Mitleider (17. Minute; Foul an Marvin Mühlmann) verzichten musste, verdient durchsetzte. Die Bremervörder bekamen vor allem Jonas Gerkens (10 Tore) und Joscha Jolitz (14) nicht in den Griff. „Wir haben in unserer stärksten Phase in der zweiten Halbzeit vier, fünf einfache Tore gemacht. Das war entscheidend. Es war ein schönes und faires Derby vor toller Kulisse“, so das Fazit von Gästecoach Robert Frahm, dessen Mannschaft mit 17 Punkten so gut wie gerettet sein dürfte und noch auf Schlusslicht Elsfleth trifft.

„38 Gegentore – das ist so, als ob wir ein Testspiel hatten. Die Defensivleistung war heute indiskutabel und entspricht nicht dem Charakter unserer Truppe. Eine Erklärung dafür habe ich nicht“, sagte Coach Adnan Salkic, dessen Team die Hinrundenpartie noch für sich entschieden und mit „Backe“ in Beckdorf nur 17 Tore kassiert hatte. (mib)

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