Sonntag, 19. Mai 2024

Bremervörder feiern Sieg wie Klassenerhalt

Was für eine Energieleistung, was für Emotionen: Die Handballer des TSV Bremervörde haben am Samstag den sechsten Saisonsieg geholt. Und obwohl der Abstieg aus der Oberliga besiegelt ist, feierten die Grün-Roten das 29:26 gegen den TvdH Oldenburg wie den Klassenerhalt. Die Zuschauer bekamen 60 spannende und temporeiche Minuten zu sehen. „Wir wollen jeden Einzelnen begeistern, deshalb war das heute viel mehr als nur ein Spiel“, sagte Adnan Salkic mit Blick auf die nächste Saison.

Werbung in eigener Sache quasi. Die ist den Bremervördern am Samstag auf jeden Fall gelungen. „Das hat wirklich Spaß gemacht“, meinte etwa Amin Hamedeh, Stammgast bei den Spielen des TSV. Eigentlich hatten seine Frau und er vor, zum Bundesligaspiel der Bayern in Bremen zu fahren, sie entschieden sich jedoch für den kurzen Weg zur Halle Tetjus-Tügel-Straße. „Alles richtig gemacht“, meinte Hamedeh nach dem vorletzten Heimspiel der Saison.

Die Schlusssirene ging am Samstag im Jubel der Zuschauer und Spieler unter. Die Emotionen mussten raus. Spieler und Trainer fielen sich in die Arme, freuten sich, als hätten sie gerade den Klassenerhalt geschafft. „Wir sind nicht tot“, meinte Lars von Kamp auf dem Weg zum Instagram-Siegerfoto in der Kabine. Für den Erfolg gegen den TvdH Oldenburg investierten die Bremervörder, die ohne die verletzten Jannes Hollstein und Marvin Mühlmann angetreten waren, alles, was in ihnen steckt. „Handballerisch sind wir gegenüber vielen Oberligamannschaften limitiert, aber wir haben den Kampf angenommen und die Zweikämpfe offensiv gesucht. Ich bin wirklich stolz auf die Jungs“, sagte Salkic.

Die Marschroute gegen eine starke Oldenburger Mannschaft lautete: „Gnadenlos Tempo nach vorne machen und hinten jeden Zweikampf entschlossen führen. Die Jungs haben das zu 100 Prozent umgesetzt“, erklärte der TSV-Coach. Und so sprang der Funke von der ersten Minute an auf die Tribüne über. Obwohl die Halle diesmal nicht so voll wie bei anderen Spielen war, sorgten die Zuschauer für Stimmung; und erst recht, als Jan-Ole Thode in der 44. Minute nach einem Foul mit Rot auf die Tribüne musste. Für den Kreisläufer kam beim Stand von 21:19 mit dem jungen Jan-Philip Holst ein Spieler, der in dieser Saison noch keine Minute auf dem Feld gestanden hatte.

Die Partie stand bis zum Schluss immer auf der Kippe und sie war auch das Duell von zwei ganz starken Torhütern. Auf der einen Seite Steffen Krange, der den TSV vor allem im ersten Durchgang mit etlichen Paraden im Spiel gehalten hatte, und auf der anderen Seite Jannik Rohde, der auf Oldenburger Seite dafür sorgte, dass das Spiel bis Schluss eng und spannend blieb, der sich allerdings wegen wiederholter Diskussionen mit den Schiedsrichtern Lena Gehrkens Edgar Rot und auch ein bisschen den Unmut der Bremervörder Zuschauer zuzog.

Die Entscheidung besorgten am Ende zwei TSV-Youngster. David Lüer und David Meinke machten die Tore zum 27:25 und 28:25. Mit dem 29:25 von Noel Duhme war für den Aufsteiger 26 Sekunden vor Schluss der sechste Saisonsieg endgültig unter Dach und Fach – ein Erfolg des Willens.

„Wenn Du es sausen lässt, kannst Du dir die ganze Saison kaputtmachen. So was gibt es bei uns nicht“, meinte der Coach. Und trotz des wegen des Oytener Siegs gegen Haren seit gestern feststehenden Abstiegs gelte das auch für die beiden noch ausstehenden Spiele am kommenden Freitag (20.30 Uhr) beim Landkreis-Duell in Rotenburg und am 20. Mai beim Derby gegen den VfL Fredenbeck.

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