Samstag, 20. April 2024

Wegen “Backe-Verbot”: Aus für EWE-Cup in Bremervörde

Schlechte Nachricht für den TSV Bremervörde und die Stadt als Veranstaltungsort: An diesem Wochenende findet der EWE-Cup, das große Handball-Nachwuchsturnier für Länderauswahlmannschaften, zum letzten Mal in Bremervörde statt – und das auch nur noch in abgespeckter Form. Der Grund für das Aus nach 20 Jahren ist das geltende Haftmittelverbot in den Sporthallen von Landkreis und Stadt. Das EWE-Cup-Ende hat auch Auswirkungen auf die heimische Hotellerie und Gastronomie.

Zwei Jahrzehnte war der TSV Bremervörde ein guter Gastgeber für das große Nachwuchsvergleichsturnier mehrerer Landesverbände. Etliche Handballerinnen und Handballer, die später als Erwachsene in den Topligen in Deutschland aktiv waren oder sind, machten beim jährlich stattfinden dreitätigen EWE-Cup als Jugendliche mit ihren Landesauswahlteams an der Oste auf sich aufmerksam. An diesem Wochenende laufen die Talente aus Schleswig-Holstein, Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Niederrhein nun ein letztes Mal in Bremervörde auf.
Der Grund ist simpel: Weil weder die Landkreis-Verwaltung noch die Stadt das im Handballsport übliche Haftmittel in den hiesigen Hallen erlauben, zieht der Handball-Verband Niedersachsen-Bremen (HVNB), der das „Backe-Verbot“ schon länger nur noch zähneknirschend hingenommen hatte, jetzt die Konsequenzen und verlagert den EWE-Cup nach Fredenbeck sowie Hollenstedt und ab 2024 wahrscheinlich auch Stade. „Es ist sehr schade, dass wir leider dieses attraktive Turnier verlieren. Wir bedauern das sehr. In all den Jahren haben wir von Teilnehmern und Verbänden stets viel Lob bekommen“, sagt Handball-Abteilungsleiterin Sandra Pragmann. Die Debatte um die „Backe“ ist nicht neu. Die Herrenhandballer des TSV Bremervörde bedauern seit Jahren, dass sie als eines der wenigen Teams in der Oberliga darauf verzichten mussten und auch künftig in der Verbandsliga müssen. Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Diskussionen, Ärger auf beiden Seiten sowie jede Menge Schriftverkehr zwischen Landkreis und Handballabteilung wegen der Reinigung des Hallenbodens gegeben.
Dass jetzt aber der EWE-Cup an der Oste Geschichte sein wird, ist aus Sicht von Sandra Pragmann auch „ein Image-Verlust für die Sportstadt Bremervörde“, schließlich mache das Turnier die Ostestadt über Landesgrenzen hinweg bekannt. Spieler, Eltern, Trainer aus fünf Bundesländern waren hier jedes Jahr kurz vor den Sommerferien zu Gast. „Wir haben 20 Jahre sehr gerne und bewusst Werbung für Bremervörde gemacht“, sagt Pragmann.
Mit dem Ende des EWE-Cups fallen nebenbei auch rund 400 Übernachtungen in den Hotels und Ferienwohnungen in Bremervörde und Umgebung weg, denn 200 Jugendhandballer sowie deren Trainer- und Betreuerstab waren hier von freitags bis sonntags untergebracht. Zudem wurde auch die Bewirtung der jungen Handballerinnen und Handballern von hiesigen Cateringanbietern übernommen.
Zum Sportlichen: Der EWE-Cup ist der erste Leistungsvergleich der Geburtsjahrgänge männlich 2008 und weiblich 2009. Der HVNB, der jeweils zwei Teams (Nord und Süd) stellt, lässt den TSV Bremervörde am morgigen Samstag noch einen Turnierteil der Mädchen-Auswahlteams ausrichten. Gespielt wird ab 9 Uhr in der Halle Tetjus-Tügel-Straße. Der Tag endet gegen 17.10 Uhr mit der Paarung Hamburg – Westfalen. Am zweiten Turniertag wird dann schon in Hollenstedt gespielt.
Als Handball-Talent aus der Region ist Tara Marinkovic (noch HSG Fredenbeck/Stade, ab 2023/24 BSV Buxtehude) dabei. Sie ist die Tochter von Dennis Marinkovic. Mit dem Hesedorfer Kjell Motzkus gehört ein ehemaliger Bremervörder Jugendspieler zum HVNB-Trainerstab um Auswahltrainer Arne Schlausch und Landestrainerin Christine Witte.

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