Sonntag, 19. Mai 2024

Bremervörder SC tütet Titel und Bezirksliga-Aufstieg ein

Von Michael Brinkmann

Das Rennen ist der entschieden, der Bremervörder SC am Ziel: Der Fußball-Kreisligist steht zwei Spieltage vor Saisonende als Kreisliga-Meister und Bezirksliga-Aufsteiger fest. Der BSC gewann gestern 2:0 beim FC Nordheide, Verfolger Rotenburg spielte 1:1 bei Hesedorf/Nartum. Die Grün-Roten haben 61 Punkte auf dem Konto, der RSV 53 Zähler.

So richtig eingeplant hatten die Bremervörder den vorzeitigen Titelgewinn offenbar nicht. Der erste Jubel nach dem Schlusspfiff in Hamersen fiel eher verhalten aus, Meistershirts gab es (noch) keine, strahlende Gesichter allerdings schon und auch die eine oder andere Bierdusche. „Ich war mir sicher, dass wir Meister werden, dass es aber schon heute klappt, hätte ich nicht gedacht“, meinte kurz nach dem Schlusspfiff Marvin Brünjes noch etwas ungläubig. Nicht nur für den BSC-Abwehrchef war es die erste Meisterschaft im Herrenbereich. Dass sie den Titel in der Tasche haben, wurde den BSCern erst im Laufe des Abends so richtig bewusst – bei der spontanen Meisterparty im eigenen Clubheim.
Als Schiedsrichter Bernd Christoffers die Partie in Hamersen nach sechs Minuten Nachspielzeit beendete, war das Ergebnis des Parallelspiels zwischen Hesedorf/Nartum und Rotenburg II am Spielfeldrand den Ersatzspielern und wenigen mitgereisten Fans längst bekannt. Kurios: Ausgerechnet ein Spieler mit Wurzeln an der Oste hatte seinen Anteil daran, dass der Zweikampf vorzeitig entschieden ist. Leon Pichler, Sohn des Bremervörders Stefan Pichler, hatte für die FSV Hesedorf/ Nartum in der 83. Minute das 1:1 gegen Rotenburg II besorgt. Der RSV war nach 34 Minuten durch Schreier in Führung gegangen.
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bremervörder nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Verfolger, denn der FC Nordheide machte es den Gästen vor allem in der ersten Halbzeit nicht nur schwer, sondern hatte bis zur Pause zwei ganz dicke Möglichkeiten zur Führung. In der 24. Minute schoss Moritz Brandt den Ball freistehend vor Keeper Hannes Glandorf über den Kasten, drei Minuten später lenkte der BSC-Schlussmann einen Schuss von Yannik Wichern gerade noch mit den Fingerspitzen an den Innenpfosten. Die Kugel rollte anschließend fast auf der Torlinie, ehe Glandorf die Situation endgültig klären konnte. Der Bremervörder SC, der zu einem Dutzend Eckstößen kam, hätte allerdings durch Jan-Simon Klotz (6.) oder Toni Fahrner (19.) ebenfalls die Führung erzielen können.
Auf die musste der Tabellenführer am gestrigen Muttertag allerdings noch ganz lange warten, denn der FC Nordheide bot auch nach der Pause eine couragierte Leistung. „Wir sind in der ersten Halbzeit viel schuldig geblieben. Mir war aber klar, dass es ein Geduldsspiel werden würde. In der zweiten Halbzeit waren wir dann viel besser drin und haben uns am Ende auch belohnt“, meinte Trainer Tobias Wilkens, der in der 78. Minute endlich jubeln durfte. Nach einem leichten Trikot-Zupfer von Niklas Klöfkorn an Jan-Simon Klotz gab es Strafstoß. Kapitän Pascal Steingröver, gestern einer der besten seiner Mannschaft, trat an und verwandelte zum 0:1.
Für die Entscheidung sorgte zehn Minuten später Toni Fahrner. Der Goalgetter zog nach schöner Vorarbeit von Dennis Buck und Patrick Kapusta auf und davon und ließ dem starken Keeper Nico Hüttmann beim Flachschuss zum 0:2 keine Abwehrchance. Es war Fahrners 29. Saisontreffer. Acht Minuten später durften Kreisliga-Titel und Bezirksliga-Rückkehr gefeiert werden.
„Die Jungs haben viel dafür getan und es sich verdient; ganz besonders auch die älteren Spieler“, sagte Coach Tobias Wilkens. Für ihn ist es die zweite Meisterschaft mit dem BSC; die erste erlebte er 2010/11 als Spieler, 13 Jahre später darf er sich nun Meistertrainer nennen.
„Wir werden die beiden letzten Spiele jetzt aber auf keinen Fall herschenken. Ich will unbedingt die 39 Punkte“, meinte Wilkens mit Blick auf die nach dem spielfreien Pfingstwochenende am 26. Mai folgende Heimpartie gegen den Stadtrivalen MTV Hesedorf und die makellose BSC-Heimbilanz mit zwölf Siegen in zwölf Spielen im Schützenhofstadion.

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