Samstag, 25. September 2021

Schwere Reifen als schnelle Hilfe

Einen besonderen Spendentransport haben Frank Bennöder und Kevin Bars auf den Weg gebracht. Von Selsingen aus fahren sie rund 70 Ersatzreifen für stark belastete Räumfahrzeuge in die Hochwasserregion.

Eigentlich ist es ganz logisch, doch der Laie macht sich kaum Gedanken darüber: Wo Räumfahrzeuge im Dauereinsatz sind, ständig über Berge von Schutt fahren, gehen Reifen schneller kaputt als sonst. „Wir wollten den Menschen im Katastrophengebiet irgendwie helfen“, sagt Frank Bennöder.

Der 53-Jährige betreibt seit 1996 einen Baumaschinenhandel in Selsingen und wollte zunächst Rundballen in den Landkreis Ahrweiler fahren, als Futter für die Tiere betroffener Landwirte. Doch bei einem Anruf vor Ort erfuhr Bennöder, dass daran aktuell kein Mangel bestehe. „Dann habe ich im Internet Videos aus der Krisenregion gesehen, und mir ist aufgefallen, dass immer mal wieder Räumfahrzeuge mit platten Reifen herumstanden.“

Ein Anruf bei einem Geschäftsfreund, der einen Reifenservice in Schleswig-Holstein betreibt, bestätigte Bennöders Eindruck. „Er hatte an einem Tag 468 WhatsApp-Nachrichten, 207 Anrufe und 29 SMS – alle mit dem Wunsch nach Reifenreparaturen“, zitiert Bennöder aus einer WhatsApp-Nachricht des befreundeten Unternehmers. Es sei ja eigentlich auch klar: „Dort sieht es aus wie nach einem Krieg. Die Räumfahrzeuge fahren über Holzbalken mit Nägeln drin, über spitze Steine und scharfes Geröll.“ Angesichts der tonnenschweren Last auf den Reifen würden diese quasi reihenweise kaputt gehen.

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