Dienstag, 05. Juli 2022

Was hat Corona mit Kindern gemacht?

Wegen Corona fiel der Gesundheits-Check vor der Einschulung bei vielen Kindern aus. Nun wird im Landkreis erstmals wieder ein ganzer Jahrgang untersucht. Die Mediziner fürchten schlechte Nachrichten.

Seit November ist das Team des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes (KJÄD), der zum Gesundheitsamt gehört, wieder im Landkreis unterwegs. Die künftigen Erstklässler werden körperlich untersucht, machen Seh-, Hör- sowie weitere Tests. Es gehe darum, die wichtigsten „schulrelevanten Vorläuferfähigkeiten“ zu erfassen, wie das Gesundheitsamt erklärt. Wo steht das Kind sprachlich, motorisch, kognitiv sowie bei der Sinneswahrnehmung und -verarbeitung? Solchen Fragen wird nachgegangen.

Das Verfahren ist standardisiert und wird von landesweit 26 Gesundheitsämtern genutzt. Aus den Ergebnissen erarbeiten sich die beteiligten Mediziner eine Gesamtbewertung des jeweiligen Kindes. Gibt es starke Auffälligkeiten, dann berät der KJÄD die Eltern über den Umgang damit oder empfiehlt den Besuch beim Facharzt.

Alles in allem sichere die Untersuchung die Chancengleichheit, betonen die Verantwortlichen. Zudem liefert sie interessante Daten etwa zu Impfraten oder der allgemeinen gesundheitlichen Entwicklung von Kindern im Landkreis.

Allerdings stellen sich die KJÄD-Mitarbeiter auf erschreckende Ergebnisse ein. Sie verweisen auf eine Untersuchung in der Region Hannover, wo die Folgen der Corona-Zeit für Kinder beleuchtet wurden.

Dort wurden die Schuluntersuchungen bereits ab Herbst 2020 wieder komplett durchgezogen. Dabei stießen Untersuchungsteams auf deutlich mehr übergewichtige oder gar adipöse Kinder als früher. Auch bei den Sprachkompetenzen von Kindern mit Migrationshintergrund gab es viel mehr Auffälligkeiten (53,3 Prozent gegenüber 37,7 Prozent zuvor). Es klagten mehr Kinder über Beschwerden wie Bauch- und Kopfschmerzen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit.

Und von noch einer erschütternden Entwicklung in Hannover bericht das hiesige Gesundheitsamt: „Der Anteil der Kinder, die häufiger traurig sind, stieg von 27 auf 36 Prozent, der Anteil der Kinder, die häufiger Wutanfälle hatten, kletterte von 21,3 auf 25,8 Prozent.“

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