Mittwoch, 10. August 2022

Protest gegen Taxi-Zuschlag für Rolli-Fahrer

Im Kreis Rotenburg sollen Rollstuhlfahrer künftig sieben Euro Aufschlag pro Taxifahrt zahlen. Der Sozialverband Deutschland sieht Rollifahrer massiv in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe benachteiligt.

Auf Beschluss des Rotenburger Kreistages müssen Rollstuhlfahrer künftig sieben Euro Aufschlag für eine Taxifahrt zahlen. „Wir sind angesichts dieses Vorgehens fassungslos. Deutlicher kann man Betroffene nicht diskriminieren“, meint Nicola Justus-Glaßmeyer vom SoVD-Kreisverband Rotenburg. Mit dieser Regelung verwehre man Menschen mit Behinderung eine flexible und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. „Das ist gerade in ländlichen Regionen wichtig“, betont sie weiter.

Die Argumentation, dass Krankenkassen auch Fahrtkosten übernehmen, ist aus Sicht des Verbandes nur die halbe Wahrheit. „Das ist leider nur bei Arztbesuchen oder aus anderen medizinischen Gründen der Fall. Für private Fahrten müssen Rollstuhlfahrer den Zuschlag zahlen“, erläutert Justus-Glaßmeyer. Das Ganze laufe dem Inklusionsgedanken völlig zuwider und müsse sofort rückgängig gemacht werden. (bz)

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