Samstag, 08. Oktober 2022

Echter Variantenvergleich soll her

Hat das Oste-Wehr eine Zukunft oder wird es abgerissen? Diese Frage wird in Bremervörde kontrovers diskutiert. Am Freitag hat Minister Olaf Lies (SPD) einen „echten Variantenvergleich“ gefordert und damit den Fahrplan ausgegeben, wie zu einer „größtmöglichen Verständigung“ in der Auseinandersetzung zu gelangen sei.

Der niedersächsische Umweltminister war auf Bitten des SPD-Landtagsabgeordneten Bernd Wölbern aus Wohnste ins Oste-Hotel gekommen. Zwischen zwei Terminen in Stade und Otterndorf legte Lies einen einstündigen Zwischenstopp in Bremervörde ein. Um nicht bei hochsommerlichen Temperaturen in der prallen Sonne zu stehen, fand das Treffen im Oste-Hotel statt. Das Zeitfenster war knapp bemessen. Die Beteiligten trugen sachlich und konzentriert ihre Positionen vor, Minister Lies stellte wichtige Fragen.

Wie berichtet, plant der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das seit 2018 denkmalgeschützte Oste-Wehr aus Gründen des Gewässerschutzes abzureißen. Um der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu entsprechen und Wanderfischen den Weg flussaufwärts zu ermöglichen, soll das Wehr durch eine Sohlgleite und ein Umgehungsgerinne ersetzt werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Osteland um ihren Vorsitzenden Claus List und die Interessengemeinschaft (IG) Oste-Wehr hingegen fordern den Erhalt der stadtbildprägenden Anlage am östlichen Ortseingang und betonen ihre Bedeutung für den Hochwasserschutz. Dem NLWKN gehe es nicht nur um die Durchlässigkeit, sondern augenscheinlich auch um die Wirtschaftlichkeit der Anlage, wird kritisiert.

Bislang wird der Wasserstand in der Oste mechanisch geregelt.

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