Dienstag, 26. Oktober 2021

Rückkehr ins Handball-Wohnzimmer

Bremervörde. Fast ein Jahr liegt inzwischen das letzte Pflichtspiel zurück. Am kommenden Sonnabend soll es für Bremervördes Handballer jetzt aber endlich wieder um Punkte gehen. Der Verbandsligist startet mit einem Heimspiel in die Saison 2021/22. Um 18.30 Uhr geht‘s für das Team um Adnan Salkic gegen den ATSV Habenhausen II. Zur aktuellen Lage, zu den Zielen und Vorstellungen äußert sich der Trainer im BZ-Gespräch.

Die Lage: Endlich zurück im „Wohnzimmer“ – die Handballer des TSV Bremervörde sind glücklich, dass sie ihre Heimspiele jetzt wieder in der Halle Tetjus-Tügel-Straße austragen können. Nach konstruktiven Gesprächen mit dem Landkreis, Hausherr der Sporthalle am Gymnasium, gab es jetzt das „Go“. Aus Sicht des Trainers und der Spieler eine wichtige und richtige Entscheidung; und auch für so manche Zuschauer, die nach jahrelanger Treue den Spielen in der Halle Gnarrenburger Straße ferngeblieben waren, weil die Atmosphäre mit der erhöhten Tribüne und einem zum Teil nicht einsehbaren Spielfeld nicht gefiel.

„Das ist die langersehnte Rückkehr. Wir freuen uns riesig darauf, dass wir jetzt wieder diese Nähe zu den Zuschauern haben. Der Dank geht an alle Beteiligten, die das ermöglicht haben“, so Trainer Adnan Salkic. Seine Spieler und er seien nach der langen Corona-Pause „voller Tatendrang, endlich wieder Handball zu spielen.“ Die Stimmung sei gut, „keiner von uns ist müde“, sagt Salkic.

Die Finanzen: Die Lage der GmbH sei „zufriedenstellend“, sagt Adnan Salkic. Die Sponsoren hätten den Handballern trotz Corona-Krise die Treue gehalten. „Dafür sind wir dankbar“, so der Coach. „Wir haben keine Sorge, dass irgendwas, zum Beispiel die Schiedsrichter, nicht bezahlt werden kann.“ Salkic freut sich außerdem über ein neues „Wir-Gefühl“ innerhalb der Handball-Abteilung und lobt die „sehr gute Kommunikation“ mit dem neuen Vorstand um Jasmin Holst.und Sandra Pragmann. „Da gibt es jetzt keine Grabenkämpfe mehr“, betont der Trainer der Verbandsligamannschaft.

Der Kader: Die Mannschaft hat sich gegenüber der im Oktober 2020 nach zwei Spieltagen abgebrochenen Vorsaison kaum verändert. Der TSV Bremervörde setzt auch weiterhin praktisch ausschließlich auf seine Eigengewächse, der Kader bleibt – insbesondere im Rückraum – dünn besetzt. Spieler wie Maciek Tluczynski, Phillip Habermann oder Keeper Sebastian Spark, die bis Mai 2020 für Bremervörde spielten, sind nicht mehr dabei. Erik Kanzler hat es beruflich nach Flensburg verschlagen, Andre Höft legt wegen seines Studiums eine Handballpause ein. Neue Spieler sind und waren nicht in Sicht. Stattdessen gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der zweiten Herren und der A-Jugend. Mehrere Spieler, beispielsweise die Todisco-Zwillinge, trainieren regelmäßig mit der ersten Herrenmannschaft. Rückraum-Youngster Marvin Mühlmann, der zuvor ein Zweitspielrecht für Bremervörde hatte und für Fredenbecks A-Jugend spielte, gehört jetzt nur noch zum TSV-Kader, wird aber zum Auftakt wegen Verletzung fehlen.

Die Vorbereitung: Nach sechs Wochen Konditionsarbeit trainieren die Handballer um Lars von Kamp seit dem 10. August in der Halle. Die Vorbereitung verlief allerdings nicht eben rund, denn wegen Verletzungen mussten zwei Testspiele abgesagt werden und zwei weitere mit Minikader bestritten werden. Ohne etliche Stammkräfte gab es Niederlagen gegen Zeven und zuletzt gegen Beckdorf. „Wir können das aber einordnen“, sagt Salkic. Was die Mannschaft mit vollem Kader könne, habe sie bei einer knappen Niederlage in einem weiteren Spiel gegen Beckdorf gezeigt. Mit Blessuren plagt sich der eine oder andere Spieler auch aktuell noch herum. Langsam sei aber Besserungen in Sicht, der Rückraum allerdings nach wie vor dünn besetzt.

Die Gegner: Wilhelmshaven oder Aurich sind für Salkic die Favoriten für ganz oben. Die Überflieger der Vorjahre, Haren und Oldenburg, sind nicht mehr in der Liga. Die sei deshalb aus seiner Sicht ziemlich ausgeglichen. „Da kann ansonsten jeder jeden schlagen, und ich sehe uns in keinem Spiel hoffnungslos unterlegen“, sagt der Coach. „Ich weiß um unsere Defizite, aber ich weiß auch um unsere Stärken. Die Gemeinschaft und der Wille sind unsere größten Stärken“, so Salkic, der aus einer starken Abwehr heraus zu schnellen Toren kommen will.

Die Fans: Mit der Rückkehr in die Halle Tetjus-Tügel-Straße wollen die Bremervörder Zuhause wieder eine Macht werden. „Und wir wollen die Bindung zu den Zuschauern. Nach dem Spiel wird sich keiner verkrümeln, sondern den Kontakt zu den Fans suchen. Das ist uns sehr wichtig“, sagt der TSV-Trainer. „Und wir werden am Samstag alles dafür tun, um erfolgreich zu starten“.

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