Freitag, 01. Juli 2022

Wolfsriss direkt am Haus

BASDAHL. Ein Dienstagnachmittag im November. Die Schafe „Ivi“, „Emmi“, „Hanni“ und „Nanni“ grasen um 15.30 Uhr noch zufrieden auf der Wiese neben dem Haus von Besitzer Klaus Marquardt in Basdahl. Um 17 Uhr findet Marquardt seine kleine Schafherde aufgeregt vor. Schaf „Hanni“ ist tot. Ein Wolf hat das Tier getötet, wie eine genetische Untersuchung später bestätigt.

„Hätte nicht gedacht, dass es so dicht bei uns am Haus passieren würde“, so Klaus Marquardt traurig. Seit 20 Jahren hält der 66-Jährige direkt am Wohnhaus in Basdahl einige Schafe. Sie werden eigentlich sehr alt bei ihm. Die Tiere sind sehr verlässliche „Rasenmäher“ der Grünflächen. Ein solider Stall bietet bei schlechtem Wetter Unterschlupf. In diesem Stall sind die drei verbliebenen Schafe nun häufiger. „Spätestens wenn es dunkel wird, bringe ich sie nun rein. Früher waren sie mehr draußen, das möchte ich nun nicht mehr riskieren“, erklärt der Hobby-Schafhalter.

Der Schafszaun hat den Wolf nicht daran gehindert in das Gehege einzudringen. „Ich werde nun den Zaun möglichst wolfssicher aufrüsten. Strom wird zukünftig durch die Litzen fließen und der Zaun wird höher sein. Vielleicht bekomm ich dafür ja etwas finanzielle Unterstützung vom Land“, hofft Marquardt.

Der Schafhalter hatte nach dem Riss den Wolfsberater Christian Katt aus Augustendorf informiert. Katt war verhindert, sodass Wolfsberaterin Evelyn Hinck aus Zeven-Aspe am nächsten Morgen Proben an den Bissstellen nahm.

Schon drei Wochen später kam das Ergebnis: Ein Wolf hat das Schaf getötet.

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