Dienstag, 16. April 2024

Erst auf der Bank – dann Matchwinner

Von Manfred Krause

Last-Minute-Sieg für den SV Anderlingen. Der Fußball-Bezirksligist bestimmte gegen den FC Hambergen die Spielrichtung und erarbeitete sich eine Handvoll zwingender Abschlüsse. Doch man nahm nur ein enttäuschendes 0:0 mit in die Halbzeit. Danach verloren die Gastgeber völlig den spielerischen Faden und durften sich am Ende bei Joker Nils Tiedemann bedanken.

Der Matchwinner war vor dem Anpfiff schon ziemlich angefressen, weil er nicht in der Startelf stand. „Das ist doch verständlich und ganz klar mein Anspruch von Beginn an zu spielen“, meinte der Allrounder, der in der 75. Minute eingewechselt wurde. Elf Minuten später besorgte er – nach einem Eckball von Ole Lemmermann – aus dem Gewühl heraus per Kopfball den 1:0-Siegtreffer (86.). „Das ist ein mega geiles Glücksgefühl kurz vor dem Abpfiff einen dreckigen Sieg perfekt zu machen“, ließ der Joker seinen Emotionen freien Lauf.
Die gut 150 Fans sahen vom Anpfiff weg einen engagierten Auftritt ihrer Mannschaft gegen den Landesliga-Absteiger. Nach nur drei Zeigerumdrehungen hätte Linksfuß Linus Brunckhorst den ersten Hochkaräter veredeln können, scheiterte aber mit seinem schwächeren Rechten aus spitzem Winkel an Keeper Nico Schmidt. Den anschließenden Eckball setzte Andre Steffens per Kopfball über das Tor.
„Wir haben in der ersten Halbzeit vieles richtig gemacht und eine sehr gute Leistung gezeigt. Leider machen wir aus vielen guten Möglichkeiten die überfällige Führung nicht“, sagte Coach Marco Hendreich, der gute Chancen von Fabian Müller, Lucas Heins und Brian Müller auf dem Zettel hatte.
Nach dem Wiederanpfiff ein völlig anderes Bild. Das Aufbauspiel plötzlich ideenlos und durchsichtig. Es fehlte das Spiel mit und ohne Ball. Das Angriffsdrittel wurde zum Niemandsland. „Der Gegner hatte taktisch umgestellt, sehr kompakt verteidigt und die Lücken klug zugestellt“, bemerkte Außenbahnspieler Janis Sperling, der nach einem Tempogegenstoß und Zuspiel von Phil Steffens plötzlich die große Chance zur Führung hatte (82.). „Phil hat mich genial frei gespielt, doch ich wurde im letzten Moment vom Gegner geblockt“, so Sperling, der sich mit seiner Mannschaft am Ende eben doch noch für eine kämpferische Leistung mit einem 1:0-Sieg belohnte und weiterhin auf der Erfolgswelle schwimmt.

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