Samstag, 27. November 2021

Fußballsaison 2020/21 ist Geschichte

Landkreis. Jetzt ist ein Haken dran – die Amateur-Fußballsaison 2020/21 ist Geschichte. Das Präsidium des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) hat das vorzeitige Ende beschlossen. Wegen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen zum Gesundheitsschutz wird die Spielzeit annulliert. Es gibt keine Aufsteiger und keine Absteiger. Mit einer Ausnahme: Die Oberliga. Falls umsetzbar, soll es Aufsteiger in die Regionalliga geben.

Im Gegensatz zum Bayerischen Verband, der sich Anfang Mai als Deadline für einen Re-Start gesetzt hat (siehe nebenstehenden Bericht) sind sich die Fußballer im Norden der Republik einig, dass die – seit Ende Oktober –unterbrochene Serie nicht wieder angepfiffen wird. Nach Hamburg, Schleswig-Holstein und in Kürze wohl auch Bremen votierten der NFV-Vorstand sowie die 33 Kreisvorsitzenden – für den NFV-Kreis Rotenburg ist das Uwe Schradick – in einem Online-Meeting für die Annullierung. Das heißt: Die Spiele werden nicht gewertet. Es gibt von der Oberliga abwärts keine Meister und auch keine Teams, die in der kommenden Serie eine Liga tiefer spielen müssen. NFV-Präsident Günter Distelrath: „Wir haben unsere Entscheidung schweren Herzens getroffen. Aufgrund der staatlichen Verfügungslage, die den Lockdown zunächst bis zum 18. April verlängert hat, sowie den perspektivischen politischen Aussagen erachten wir eine rechtzeitige Aufnahme eines uneingeschränkten Mannschaftstrainings und Spielbetriebs für nicht mehr realistisch. Selbst im besten Fall würden wir vor Mitte Mai nicht zu einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs kommen, denn nach so langer Pause würde eine nur zweiwöchige Vorbereitungszeit sicherlich nicht ausreichen. Noch vor ein paar Wochen waren meine Vorstandskollegen und ich vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung der Inzidenzen und der in Aussicht gestellten Öffnungsperspektiven – auch für den Amateursport – zuversichtlich, die Saison sportlich beenden zu können“.

Mit seinem gestrigen Votum dürfte das Präsidium auf einer Linie mit der Mehrheit der Fußballer liegen. Bei einer Umfrage unseres Portals FuPa hatten kürzlich mehr als 70 Prozent für einen Abbruch gestimmt. Anders als 2019/20 kommt diesmal die Quotientenregelung nicht zur Anwendung.

Wie wird mit den Pokalwettbewerben umgegangen? „Die Teilnehmer am DFB-Pokal sollen, sofern es die Verfügungslage zulässt, sportlich ermittelt werden. Andernfalls kommt auch hier eine alternative Entscheidungsfindung in Betracht. Gleiches gilt für den Pokal auf Kreis- und Bezirksebene“, sagte Distelrath.

Offen bleibt, ob es einen Aufsteiger in die Regionalliga Nord geben wird und wie dieser ermittelt würde. Hier könnte der Heeslinger SC profitieren, weil er in der Staffel Weser-Ems den besten Quotienten hat. „Da die Oberliga ja eine direkte Schnittstelle zur Regionalliga hat, wollten wir schon mal schauen, wie eine Tabelle nach Quotienten aussehen könnte. Wir würden ja fahrlässig handeln, wenn wir keinen Aufsteiger stellen würden, sofern es denn einen gibt. Bisher steckt hinter dieser Ansicht mit den Quotienten noch überhaupt keinerlei Entscheidung, ob es Auf- und Absteiger gibt“, sagte der Spielausschussvorsitzende Jürgen Stebani. „Mit den hierfür erforderlichen Lösungsschritten werden sich jetzt zunächst die spieltechnischen Ausschüsse befassen“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath nach der knapp zweistündigen Videokonferenz.

Der Vorstandssitzung vorausgegangen war eine Erhebung eines Meinungs- und Stimmungsbildes in den 33 NFV-Kreisen und vier NFV-Bezirken. Es wurden gestern auch Stimmen erörtert, die sich gegen einen Saisonabbruch ausgesprochen hatten. So ging Distelrath unter anderem auf einen an ihn adressierten Offenen Brief von 14 Vereinen aus dem NFV-Bezirk Braunschweig ein, die darum gebeten hatten, die weitere Entwicklung der Pandemie abzuwarten.

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