Donnerstag, 13. Juni 2024

Erst Rot kassiert – dann Spiel gedreht

Nach dem Schlusspfiff gab’s den Siegertanz, später wurde die Rückfahrt ausgiebig genossen. Die Verbandsligahandballer des TSV Bremervörde hatten am Freitagabend beste Laune. Das Team holte mit einem 36:28 bei der HSG Seevetal/Ashausen den zweiten Saisonsieg. Dabei hatte die Partie mit einer Roten Karte in der Anfangsphase denkbar schlecht begonnen.

Gerade einmal 9 Minuten waren im Steller Ortsteil Ashausen gespielt, als die Schiedsrichter Dominik Klages und Mirco Mikize die Rote Karte gegen Jan-Ole Thode zückten. Der TSV-Kreisläufer und Abwehrchef musste folglich beim Spielstand von 5:5 auf die Tribüne. Den fälligen Siebenmeter verwandelten die Gastgeber zum 6:5 und erhöhten bis zur 15. Minute auf 8:5. Bahnte sich da eine weitere Auswärtsniederlage für die Bremervörder an? Mitnichten. Der durchaus umstrittene Platzverweis brachte vielmehr einen Schub für die Gäste. „Die Jungs sind über sich hinausgewachsen. Eine überragende Mannschaftsleistung“, lobte TSV-Trainer Adnan seine Spieler.
Der Coach stellte die Abwehr auf eine offensivere Formation um. Hannes Meinke spielte in der Defensive vorgezogen als ständiger Störenfried vor der Abwehr und vorne am Kreis als Thode-Ersatz. „Diese taktische Veränderung hat die Mannschaft super umgesetzt und Seevetal damit verunsichert“, so Salkic. Tore von Cedrick Dietrich, David Lüer, Lars von Kamp und David Meinke brachten die 9:8-Führung (21.). Zur Pause lagen die Bremervörder mit 13:12 vorn.
„In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann vor allem hinten in einen Rausch gespielt. Alle haben noch einen Schritt mehr gemacht für den Nebenmann“, so der TSV-Trainer, der nach der Pause Justin Saul auf Rechtsaußen brachte und ihm den „Mann der zweiten Halbzeit“. „Ihn darf man diesmal herausheben“, betonte Salkic, denn Saul erzielte bei acht Versuchen sieben blitzsaubere Tore. Und weil der TSV nur wenige technische Fehler machte, Keeper Steffen Krange ein starker Rückhalt war und vorne geduldig gespielt wurde, konnte sich der Gast bis zur 42. Minute auf vier Tore (22:18) absetzen. Näher als auf drei Treffer ließen die Grün-Roten den Gegner nicht wieder herankommen. Die Bremervörder hatten die Partie jetzt fest im Griff und schraubten das Resultat auf 33:25.
„Das war heute wirklich richtig gut“, meinte Linksaußen Lars von Kamp, der wie Rückraummann David Lüer neun Treffer beisteuerte. „Erstaunlich, was so eine Rote Karte manchmal auslösen kann“, sagte Spielmacher Felix Weber, dessen Mannschaft sich jetzt auf die beiden letzten Spiele des Jahres in heimischer Halle gegen die Eykener SpVg (9. Dezember) sowie Habenhausen II (16. Dezember) freut und gerne auf Rang drei in die Weihnachtspause gehen würde.

TSV: Steffen Krange, Cornelis Bujis; Lars von Kamp (9/2), Cedrick Dietrich (1), Hannes Meinke (1), Jan-Ole Thode (3), David Lüer (9), Justin Saul (7), Felix Weber (4), David Meinke (2), Luca Todisco, Noel Duhme, Dennis Brunckhorst.

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